Deutschland: Initiative für Verwendung von "überzähligen" Embryozellen

4. Mai 2001, 10:52
posten

Mitteilung der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Bonn - Deutsche Wissenschaftler dürften nach einer am Donnerstagabend in Bonn veröffentlichten Stellungnahme der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) embryonale Stammzellen aus dem Ausland importieren und damit arbeiten: "Nach Ansicht der DFG gibt es keine Rechtfertigung dafür, die Forschung mit legal im Ausland hergestellten embryonalen Stammzellen grundsätzlich auszuschließen".

Falls erforderlich solle der Gesetzgeber sogar überlegen, Wissenschaftler in Deutschland "aktiv an der Gewinnung von menschlichen embryonalen Stammzelllinien" arbeiten zu lassen. Dies bedeute freilich eine Änderung des Embryonenschutzgesetzes.

Überzählige" Embryonenzellen

Die DFG, die Regierung und Bundestag in wissenschaftlichen Fragen berät, schlug einen Stufenplan vor. Zunächst werde dem Gesetzgeber empfohlen, den Import von im Ausland hergestellten pluripotenter Stammzelllinien in der Tat zu gestatten, sagte DFG-Präsident Ernst-Ludwig Winnacker. Aus ihnen können sich nur einzelne Gewebe und kein ganzer Mensch mehr entwickeln. Es dürften allerdings nur Stammzellen importiert werden, die aus "überzähligen" Embryonen gewonnen wurden und deren Herstellung die elterlichen Paare zugestimmt haben.

Die DFG gibt jedoch weiterhin der Forschung mit Stammzellen von Erwachsenen den Vorrang. Die Anwendung von diesen so genannten adulten Stammzellen in der Medizin erweise sich als immer aussichtsreicher, sagte DFG-Präsident Ernst-Ludwig Winnacker. Auf Grund aktueller Entwicklungen sei die DFG zur Überzeugung gekommen, dass Wissenschaftler in beide Richtungen, der embryonalen und adulten Stammzellen, forschen sollten. (APA/dpa)

Share if you care.