"Lauter winzige Welten" in Österreich gefunden

6. Mai 2001, 17:56
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FilmemacherInnen auf der Suche nach vorherrschendem Gedankengut

Wien - Vier der bekanntesten österreichischen FilmemacherInnen und RegisseurInnen suchen vier Blickwinkel auf Österreich. Barbara Albert ("Nordrand"), Michael Glawogger ("Megacities"), Ulrich Seidl ("Models") und Michael Sturminger (Regisseur u.a. von "Das Traumfresserchen" an der Wiener Staatsoper) haben sich im Filmprojekt "zur Lage" (Arbeitstitel) auf eine Spurensuche nach dem begeben, "was in Österreich an Gedankengut vorherrscht", wie Glawogger am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien anlässlich des Endes der Dreharbeiten sagte. Gefunden haben sie "lauter winzige Welten", so Sturminger.

Die Initialzündung für den Film sei die Bildung der ÖVP-FPÖ-Koalition gewesen, "Der Aufschrei, der damals durch das Land ging, hat viele Filmemacher erfasst", so Produzent Erich Lackner von der Lotus Film. Obwohl damals "Entsetzen darüber, was in diesem Land möglich ist", geherrscht habe, sei der Film "politisch nicht brisant", so Seidl: "Wir wollten keinen sogenannten Widerstandsfilm machen, der aktuell reagiert, sondern nach Ursachen fragen".

"Sehr wenig Information" bei Frauen

Mit unterschiedlichsten Vorgehensweisen näherten sich die vier RegisseurInnen den ÖsterreicherInnen. Vieles ergab sich erst während der Dreharbeiten. Barbara Albert zum Beispiel näherte sich dem Thema über Porträts von Frauen, sie wollte zeigen, "wieviel Frauen wissen, wie sie die Welt sehen". Sie sei "zum Teil wirklich erschrocken bei den Dreharbeiten", es gebe bei den Frauen "sehr wenig Information, sehr viel Fehlinformation".

Kein herkömmlicher Episodenfilm soll der Film werden, sondern die vier Ansätze zu einer Erzählstruktur verknüpfen. In der endgültigen Fassung wird er zwischen 90 und 100 Minuten lang sein. Er wird mit Mitteln aus dem Wiener Filmförderungsfonds, des ORF und des Österreichischen Filminstituts von der Lotus-Film produziert, das Gesamtbudget liegt bei rund zwölf Millionen Schilling. Die Dreharbeiten haben im Dezember 2000 begonnen. Fertiggestellt soll der Film im Herbst sein. (APA)

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