Countdown für Cannes

4. Mai 2001, 10:51
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Österreich ist heuer mit drei Beiträgen stärker denn je präsent

Wien - Kommenden Mittwoch beginnen in Cannes unter dem neuen Juryvorsitz der norwegischen Schauspielerin Liv Ullmann die 54. Internationalen Filmfestspiele (9. bis 20. Mai). Österreich ist heuer stärker denn je an der Croisette präsent. Michael Hanekes Verfilmung von Elfriede Jelineks Roman "Die Klavierspielerin" konkurriert im Wettbewerb mit 22 anderen Filmen um die Goldene Palme. Zwei weitere österreichische Beiträge sind in den offiziellen Programmreihen "Un Certain Regard" und "Cinefondation" vertreten, ein Kurzfilm in der Parallelschiene "Semaine de la Critique" und insgesamt sieben Filme auf dem Internationalen Filmmarkt.

Hanekes "Die Klavierspielerin" ist mit Isabelle Huppert, Annie Girardot und Benoit Magimel prominent besetzt und bietet schauspielerisch laut Haneke "wirklich ungewöhnliche Leistungen". Der Filmemacher, der bereits zum dritten Mal für den Wettbewerb nominiert wurde, wird als längst fälliger Kandidat für eine Auszeichnung gehandelt, nachdem 1997 seine "Funny Games" die Auszeichnung nur knapp verfehlt haben sollen. Dieses Los teilt er allerdings mit seinem französischen Konkurrenten Jacques Rivette, dessen Streifen "La belle Noiseuse" 1991 "nur" mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde, und dem daher heuer mit "Va savoir" gute Chancen eingeräumt werden.

Die weiteren ÖsterreicherInnen

Aus Österreich wird weiters in der Reihe "Un Certain Regard", der wichtigsten Festivalreihe neben dem Wettbewerb, Jessica Hausners Streifen "Lovely Rita" gezeigt, der als Spielfilmdebüt zugleich für den renommierten "Camera d' Or"-Preis nominiert ist, sowie in der Nachwuchsschiene "Cinefondation" Ruth Maders regierungskritischer Kurzfilm "Null Defizit". Außerdem ist Virgil Widrich mit seinem Kurzfilm "Copy Shop" in ein Zusatzprogramm der Parallelschiene "Semaine de la Critique" eingeladen. Auf dem internationalen Filmmarkt in Cannes werden "Gelbe Kirschen", "Komm, süßer Tod", "K.aF.ka Fragment", "Der Überfall", "Die Gottesanbeterin", "Lovely Rita" und "Die Klavierspielerin" angeboten.

Im Wettbewerb konkurrieren mit der "Klavierspielerin" vier amerikanische Filme, u.a. von Joel Coen, Sean Penn und David Lynch. Japan schickt drei Werke von Shinji Aoyama, Shohei Imamura und Hirokazu Kore-Eda ins Rennen. Taiwan bewirbt sich mit zwei Filmen von Hsiao-hsien Hou und Ming-liang Tsai, aus dem Iran wurde Mohsen Makhmalbaf nominiert. Rivettes neuer Film ist einer von vier französischen Wettbewerbsbeiträgen, zudem bewirbt sich für die Schweiz der französische Altmeister Jean-Luc Godard um die Nachfolge des Vorjahressiegers Lars von Trier. Italien ist mit zwei Streifen vertreten, u.a. von Nanni Moretti, Portugal mit einem Film von Manoel de Oliveira, weitere Beiträge kommen aus Spanien, Russland und Bosnien. Eröffnen wird das Festival der Streifen "Moulin Rouge" des Australiers Baz Luhrmann ("Romeo und Julia").

Außer Konkurrenz laufen u.a. eine verlängerte Fassung von Francis Ford Coppolas "Apocalypse Now" sowie neue Arbeiten von Martin Scorsese, Ethan Hawke, Abel Ferrara, Hal Hartley, Todd Solondz, Jennifer Jason Leigh & Alan Cumming, Kyoshi Kurosawa, Sandrine Veysset, Jaques Doillon, Luc Moullet und Daniele Huillet & Jean-Marie Straub. An Stars werden heuer u.a. Nicole Kidman, Catherine Deneuve, Gerard Depardieu, Emmanuelle Beart, Michel Piccoli, Melanie Griffith, Antonio Banderas, Laetitia Casta, Sean Penn, Jack Nicholson, John Malkovich und Frances McDormand erwartet.(APA)

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