Es wird wieder getaucht im Toplitzsee, diesmal seriös

4. Mai 2001, 12:40
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Biologe Fricke untersucht Bakterienmatten auf Stabilität

Graz - Nachdem sich die Wellen um die - propagandistisch aufgebauschte wie vergebliche - Suche nach NS-Dokumenten geglättet haben, ist der Toplitzsee im steirischen Salzkammergut nun wieder Ziel einer biologischen Unterwasser-Expedition: Der deutsche Meeresbiologe Hans Fricke erforscht das Ökosystem des Alpensystems und insbesondere Bakterien in lichtschwachen Zonen. Interesse an Relikten zeitgeschichtlicher Art weist er strikt zurück.

Fricke hatte die Unternehmung schon für September vorigen Jahre geplant, sie wegen einer anderen Forschungsarbeit aber verschoben. Nun will er, beginnend mit diesem Wochenende, für zehn Tage mit seinem U-Boot "Jago" entlang der Wasserfälle tauchen, um die bereits einmal untersuchten Bakterienmatten auf ihre Stabilität hin zu beobachten.

Der am Max Planck-Institut Seewiesen tätige Biologe war bereits in den Jahren 1983, 1984 und 1987 im Toplitzsee getaucht. Damals hatte er u.a. einen bisher unbekannten Wurm entdeckt, der im sauerstofflosen Wasser in größerer Tiefe leben kann.

Im Sommer 2000 war der Toplitzsee Schauplatz einer aufwendigen Tauchexpedition des US-Fernsehsenders CBS, bei der lediglich gefälschte Pfundnoten aus der NS-Zeit in größtenteils schlechtem Erhaltungszustand geborgen werden konnten. (APA)

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