Wieder "Etiketten- Schwindel" bei Wurst

4. Mai 2001, 14:36
2 Postings

AK Test: Separatorenfleisch in einem Fünftel der Proben

Wien - BSE- und Schweineskandal haben die Konsumenten verunsichert. Steht auf der Wurst drauf, was drinnen ist? Die gute Nachricht zuerst: Alle untersuchten Wurstwaren waren ohne Risikomaterialien, wie Hirn oder Rückenmark. Unbefriedigend: In einem Fünftel der Proben war Separatorenfleisch drinnen, davon war nur eine Wurst richtig gekennzeichnet. Und in mehr als einem Fünftel der als "rindfleischfrei" etikettierten Würste war Rindfleisch enthalten. Das zeigt ein Test der Wiener AK-Konsumentenschützer bei 49 Wurstwaren. Die AK fordert die Hersteller auf, sorgfältiger zu kennzeichnen. Auch offen abgegebene Wurstsorten sollten endlich verpflichtend gekennzeichnet werden müssen. Außerdem müssen "Wiederholungstäter" öffentlich bekannt gemacht werden, verlangt die AK.

Zur Untersuchung Die AK-Konsumentenschützer haben 49 Wurstwaren von 25 verschiedenen Erzeugern in Wien eingekauft und auf Risikomaterialien, Separatorenfleisch und richtige Kennzeichnung untersuchen lassen. Eingekauft wurde Anfang März verpackte und offene Wurst im Ganzen, wie zB Extra-, Buren-, Streichwurst, Dürre, Knacker, Polnische.

Kein Risikomaterial

Als Risikomaterialien zählen das zentrale Nervensystem, wie Hirn, Rückenmark vom Rind. Risikomaterialien sind europaweit seit 1. Oktober 2000 bei der Schlachtung zu trennen und zu entsorgen. Es darf daher in Fleischwaren auch nicht verwendet werden. Die AK hat darauf gedrängt, dass die Konsumenten ausreichende Sicherheit haben und hat daher die Wurstwaren auf die Verwendung von Risikomaterial untersuchen lassen. Positives und beruhigendes Ergebnis für die Konsumenten: Keine der 49 Wurstwaren enthielt Risikomaterial.

Separatorenfleisch in Wurstwaren enthalten Separatorenfleisch (mechanisch vom Knochen abgetrenntes Fleisch) sollte nach einer Änderung des österreichischen Lebensmittel-Codex Mitte Jänner nicht mehr in Fleischwaren enthalten sein.

Kennzeichnung

Rindfleisch drinnen, obwohl es nicht drauf steht 32 Wurstproben (von 49) waren ausdrücklich als "rindfleischfrei" gekennzeichnet. Davon war in mehr als einem Fünftel (7) Rindfleisch drinnen, obwohl es nicht am Etikett stand. Die AK-Konsumentenschützer kritisieren, dass offen abgegebene Wurst nicht verpflichtend etikettiert werden muss.

Wo ist die Pute? Einen Fall beurteilen die AK-Konsumentenschützer als besonders aufklärungswürdig. Eine Puten-Dauerwurst enthielt Rindfleisch, Separatorenfleisch und Herz, aber kein Putenfleisch. Gekennzeichnet waren die verwendeten Fleischsorten nicht. (red)

Share if you care.