IT-Markt stagniert

3. Mai 2001, 19:02
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Großhandel sucht neue Geschäftsfelder

Wien - Der Marktführer unter den heimischen IT-Großhändlern, Computer 2000, erweitert sein Geschäftsfeld: Einerseits soll Heimkino-Kino respektive Filme auf DVD sowie andere Unterhaltungselektronik auch an den Computerhandel verkauft werden. Andererseits werden den Fachhändlern auch Dienstleistungen wie Gratis-Webshops bis hin zur organisatorischen Übernahme komplexer Logistikabläufe angeboten.

Computer 2000 ist mit 19 Prozent Marktanteil der größte heimische IT-Distributor, vor Ingram Macrotron mit 14 Prozent und Actebis mit zehn Prozent Marktanteil. Auf das erste neue Geschäftsfeld sei das Tochterunternehmen des an der New Yorker Börse Nasdaq notierenden US-Konzerns Techdata gekommen, weil eingesehen wurde, so Geschäftsführer Hermann Raninger am Donnerstag bei einer Pressekonferenz, dass weiteres Wachstum im angestammten Bereich nur über einen Preiskampf und damit über sinkende Margen führen würde. Dies würden die Eigentümer nicht zulassen.

Darüber hinaus stagniere der IT-Markt im ersten Quartal 2001, diese Situation werde sich voraussichtlich bis Jahresende nicht bessern. Also bewege sich der Importeur aus dem Computerbereich mehr in Richtung Unterhaltungselektronik wie Digitalkameras oder eben DVD-Soft- und Hardware. "Diese Welten wachsen ohnehin immer mehr zusammen", so Raninger. Neben dem klassischen IT-Fachhandel will sich Computer 2000 auch im Fotohandel, Elektrohandel, Musikhandel und Buchhandel ins Geschäft bringen.

Gratis-Webshop

Weiters will Computer 2000 seinen Kunden, also vor allem dem Fachhandel, Teile der Logistik abnehmen. Ein Angebot ist beispielsweise: Der Händler fakturiert, die Ware an den Kunden wird aber von Computer 2000 ausgeliefert - vom Importeurslager direkt.

Ein anderes Angebot ist ein Gratis-Webshop. Dem Händler wird Raum im Internet zur Verfügung gestellt, um ein Onlineangebot zu erstellen, das er per Frame-Technik in seine eigene Homepage integrieren kann. Im Hintergrund, ohne dass die Endkunden des Händlers etwas davon merken, läuft die Organisation von Computer 2000. Diese sorgt für das Fulfillment der Aufträge, die über den Webshop eingehen. Einer der Kunden, für die Computer 2000 bereits Derartiges umgesetzt hat, ist Primus-Tronix, das E-Commerce-Portal des deutschen Metro-Konzerns und des österreichischen IT-Hauses YLine. (szem, DER STANDARD, Printausgabe 4.5.2001)

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