Gehrer: Sprachgesetze "weder zielführend noch zweckmäßig"

3. Mai 2001, 16:48
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Parlamentarische Anfrage der FPÖ sah Gefährdung

Wien - In einer schriftlichen parlamentarischen Anfrage begehrten die FPÖ-Abgeordneten Gerhard Kurzmann, Karl Schweitzer, Brigitte Povysil, Hans Sevignani und Rüdiger Schender Auskunft über die Gefährdung der deutschen Sprache durch Anglizismen.

Unter anderem wollten sie wissen, welche Maßnahmen Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) ergreifen wolle, um dieser "unerfreulichen Entwicklung" vorzubeugen und ob es "vertretbar ist, dass die österreichische Jugend im öffentlichen Raum laufend mit englischsprachlichen Ausdrücken und Werbung konfrontiert wird".

Gegen "Gesetze zum Schutz der Muttersprache" sprach sich Gehrer in der Beantwortung am Donnerstag aus: Diese wären "weder zielführend noch zweckmäßig". In jeder Sprache gebe es Einflüsse aus anderen Sprache - "im Deutschen z.B. Fenster (aus dem Lateinischen), Demokratie (aus dem Griechischen), downloaden (aus dem Englischen, wobei die Endung -en aus dem Deutschen ist!)". Außerdem gebe es noch eine Reihe von Wörtern, die eigentlich "Fremdwörter" seien und gar nicht mehr als solche empfunden werden wie zB. Regierung, Parlament, Legislaturperiode, Medien, Organisation, Partei, Position, Büro, Sekretariat, Dokumentation, Manifest, Dokumentation etc.

Auf den Homepages aller im Parlament vertretenen Parteien, smit auch der der Antragsteller FPÖ wären laut Gehrer zahlreiche "Neo-Anglizismen" wie Interactive, Tipps & Trends, Kids & Teens und Links zu finden. Sprachschutz-Gesetze in Frankreich und Polen hätten sich für Gehrer als "erfolglos" erwiesen. Mit gesetzlichen Regelungen seien Veränderungen im Sprachgebrauch auf Grund faktischer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklungen und Verflechtungen nicht zu verhindern. (APA)

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