Omofuma: Beamte bleiben im Dienst

4. Mai 2001, 17:35
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Innenministerium gesteht Fehler im Fall eines afghanischen Asylbewerbers ein

Wien - Jene drei Fremdenpolizisten, die den am 1. Mai 1999 bei seiner Abschiebung erstickten nigerianischen Flüchtling Marcus Omofuma vor dessen Tod gefesselt und geknebelt hatten, werden nach dem nunmehrigen Vorliegen des neuen Gutachtens nicht wieder suspendiert. Das erklärte Donnerstag der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Erik Buxbaum, im parlamentarischen Menschenrechtsausschuss. Wie DER STANDARD berichtete, bestätigt das neue Gutachten des deutschen Rechtsmediziners Bernd Brinkmann endgültig, dass Marcus Omofuma erstickt sei. Über eine mögliche Anklage gegen die Beamten soll die Staatsanwaltschaft Korneuburg noch im Mai entscheiden.

"Fehlleistung" in einem anderen Fall

Buxbaum wies darauf hin, dass die Abschiebepraxis reformiert worden sei. Schubhäftlingen den Mund zu verkleben sei nicht mehr erlaubt. Im Vorjahr wurden 18.074 Ab- und Zurückschiebungen aus Österreich durchgeführt, 2427 davon via Flugzeug.

In einem anderen Asylfall gestand Sektionschef Wolf Szymanski eine "Fehlleistung" ein. Einem Jugendlichen aus Afghanistan, der vor dem Terror des Talibanregimes geflüchtet war, war Asyl verweigert worden. Danach hatte es das zuständige Jugendamt noch dazu verabsäumt, den negativen Bescheid zu beeinspruchen - DER STANDARD berichtete ausführlich. Szymanski sagte, das Bundesasylamt sei "zu wenig sorgsam" mit dem Jugendlichen umgegangen. Das Bundesasylamt sei nun angewiesen worden, einen neuen Bescheid auszustellen. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 4. 5. 2001)

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