Piloten und Fluglotsen drohen mit Totalstreik

3. Mai 2001, 19:42
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Interessenvertreter forder Änderungen bei Antrittsalter

Wien - Eine Änderung beim gesetzlichen Frühpensionsantrittsalter, das seit 1.10. 2000 schrittweise von 60 auf 61,5 Jahre angehoben wird, fordern Piloten und Fluglotsen. Auf Grund von internationalen Standards könnten diese Berufsgruppen nur bis zum 60. Lebensjahr arbeiten, dann drohen ihnen bei der derzeitigen Gesetzeslage eineinhalb Jahre Arbeitslosigkeit, so Herbert Bichl von der Fachgruppe Flugsicherung in der Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Wenn es von Sozialminister Herbert Haupt (F) innerhalb der nächsten zwei Wochen keine Reaktion gebe, würden zuerst Betriebsversammlungen abgehalten, so Bichl. Wenn dann weiter nichts geschehe, werde es einen "Totalstreik" geben.

Die Ausgangssituation

Im Rahmen der Übergangsversorgung mit der Austro Control, der österreichischen Flugsicherungsgesellschaft, können Fluglotsen derzeit bereits ab dem 55. Lebensjahr in eine Art Frühpension gehen. Das Unternehmen zahlt für diese Personen dann 75 Prozent des Letztbezugs bis zum 60. Lebensjahr, dem tatsächlich möglichen Pensionsantritt. Zwischen dem 60. und dem 65. Lebensjahr stehen ihnen neben der normalen ASVG-Pension nur 27 Prozent des Letztbezuges zu. Für Bichl müsste der 75-prozentige Anspruch bis zum Alter von 61,5 Jahren ausgedehnt werden. Außerdem fordere er, dass Fluglotsen "überhaupt vor dem 60. Lebensjahr in Pension" gehen können sollten.

Heinz Sommerbauer von der Austro Control meinte, man stehe zur fünfjährigen Übergangsversorgung, sechseinhalb Jahre seien aber "problematisch". Das würde beträchtliche Mehrkosten verursachen. Er sei aber zuversichtlich, dass es zu einer Einigung mit dem Sozialministerium komme, so Sommerbauer.

Piloten mit ähnlichen Problemen

Der Pilot Albin Schwarz, Vorsitzender in der Fachgruppe Bord in der Gewerkschaft für Handel, Transport und Verkehr, meinte, Piloten hätten mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Diese würden international aus Sicherheitsgründen maximal bis zum 60. Lebensjahr beschäftigt. Bisher hätten die Piloten dann in Frühpension gehen können. Nun entstehe hier eine Lücke, in der dem Piloten eineinhalb Jahre Arbeitslosigkeit drohen würden. Eine Erhöhung des Arbeitsalters auf 61,5 Jahre sei aber nicht möglich, da in diesem Fall österreichische Piloten viele Länder nicht mehr überfliegen bzw. dort nicht mehr landen dürften. Schwarz erklärte, er unterstütze die Streikdrohung von Bichl, die Piloten selbst hätten aber keine weitergehenden Maßnahmen geplant. (APA)

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