Gentech-Mais in Österreich

4. Mai 2001, 21:15
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Greenpeace fordert unverzügliche Rückholaktion - Ministerium hält dagegen: Saatgut wurde bereits untersucht

Wien - Greenpeace hat am Donnerstag von der Firma Pioneer den unverzüglichen Start einer Rückholaktion für gentechnisch verunreinigtes Saatgut gefordert. Die Umweltorganisation hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass in von Greenpeace veranlassten Tests Gentech-Mais in Saatgut von Pioneer gefunden worden war. Das Unternehmen hatte dies unter Hinweis auf eigene Tests dementiert.

Betroffen sind die von Greenpeace getestete Sorte PR39D81 sowie laut Greenpeace-Recherchen auch die vom Umweltbundesamt Schleswig-Holstein getestete - und auch in Österreich angebotene - Pioneer-Sorte "Janna". "Auf Grund von Analysen des Umweltministeriums Schleswig-Holstein hat Pioneer Deutschland bereits gentechnisch kontaminiertes Saatgut zurückgeholt", so Thomas Fertl von Greenpeace. "Pioneer Österreich muss das beanstandete Gentech-Saatgut ebenso sofort aus dem Verkehr ziehen."

Fertl forderte Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer (V) und Gesundheitsminister Herbert Haupt (F) auf, ein sofortiges Anbauverbot für amerikanisches Saatgut zu veranlassen, solange nicht alle diesbezüglichen Produkte getestet sind. "Ansonsten droht in Österreich angebauter Mais den Status Gentechnik-frei zu verlieren.

Ministerium hält dagegen: Saatgut wurde bereits untersucht

"In Österreich wird Saatgut bereits flächendeckend auf Verunreinigungen mit gentechnisch veränderter Ware untersucht. Bei einem entsprechenden Nachweis ist das Saatgut bisher stets von der betroffenen Firma zurückgeholt wurden, reagierte das Landwirtschaftsministerium Tags darauf.

Angesichts des realistischen Szenarios, dass Verunreinigungen mit gentechnisch verändertem Saatgut in Europa immer häufiger auftreten werden, würden die Anstrengungen bei den Untersuchungen weiter intensiviert. Überprüfungen hätten zudem klar ergeben, dass sich Saatgut aus österreichischer Produktion als frei von gentechnischen Verunreinigungen erwiesen habe, hieß es weiter.

Angesichts der zu erwartenden Entwicklungen seien EU-weite Regelungen bei der Festlegung von Grenzwerten und Untersuchungsstandards notwendig, ebenso eine lückenlose Kennzeichnung und die wissenschaftliche Abklärung von Gefahrenpotentialen. Voraussetzung dafür sei, dass für einzelne Kommunen und Regionen in der Frage des Gentechnikeinsatzes freie Entscheidungsmöglichkeiten erhalten blieben, so das Ministerium. (APA)

Greenpeace Österreich

Hier findet man auch eine Liste amerikanischer Saatgutsorten.

Zum Nachlesen: Wieder Gen-Mais in Österreich aufgetaucht
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