USA kündigen Nahost-Zurückhaltung auf

3. Mai 2001, 14:57
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Um Wiederaufnahme des Dialogs mit den Konfliktparteien bemüht

Washington - Die US-Regierung von Präsident George W. Bush gibt ihren zurückhaltenden Kurs im Nahen Osten auf. Nach Gesprächen mit dem israelischen Außenminister Shimon Peres sagte US-Außenminister Colin Powell am Mittwochabend (Ortszeit) in Washington, die Spirale der Gewalt müsse zurückgeschraubt werden. Er sprach sich für ein Drei-Punkte-Programm zum Abbau der Spannungen aus, das mit der jüngsten ägyptisch-jordanischen Initiative übereinstimmt. Dazu gehörten Deeskalation, die Ermutigung Israels, Beschränkungen für Palästinenser aufzuheben, und die Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen.

Peres, auf dessen Programm am Donnerstagnachmittag ein Treffen mit Präsident Bush stand, bezeichnete vor allem den letzten Punkt als sehr schwierig. Powell sagte, die USA bemühten sich um die Wiederaufnahme eines Dialogs mit den Konfliktparteien. Der ehemalige US-Botschafter in Syrien und in Israel, Edward Djeredjian, der als neuer Nahost-Sonderbeauftragter im Gespräch ist, hatte erklärt, Aufgabe der USA müsse es sein, die Verhandlungen wieder in Gang zu setzen, um eine Destabilisierung pro-westlicher arabischer Regierungen zu verhindern.

Es werde kein "Maximalangebot" an die Palästinenser mehr geben

Peres begrüßte die neue Bereitschaft der USA, wieder eine aktivere Rolle zu spielen. "Wir ziehen die USA als Förderer und nicht als Chefunterhändler vor", sagte er bei einem Essen des Zentrums für Frieden und wirtschaftliche Zusammenarbeit im Nahen Osten. Der palästinensische Präsident Yasser Arafat sollte sich seinerseits gegen eine Strategie von "ein bisschen Terror und ein bisschen Diplomatie" entscheiden. Bei seinem Gespräch mit Bush werde es auch darum gehen, wie man ein "wirksames Waffenstillstandsabkommen" erzielen könne, sagte Peres.

Nach den Worten von Peres könne bei neuen Verhandlungen mit den Palästinensern über alles gesprochen werden, inklusive der Zukunft Jerusalems. Ein "Maximalangebot" wie das des früheren Premiers Ehud Barak, das von Arafat abgelehnt wurde, werde es aber nicht mehr geben. (APA/AP)

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