UPC-Ableger Priority spezialisiert sich auf Geschäftskunden

3. Mai 2001, 13:58
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Österreich-Tochter will Umsatz und Kundenzahl heuer verdoppeln

Wien - Der niederländische Kabelnetzbetreiber United Pan-Europe Communications (UPC), Amsterdam, der in Österreich mit seiner Tochter Telekabel (Wien) tätig ist, hat seine Telefonsparte Priority Telecom in ein eigenes Unternehmen ausgegliedert. Priority Telecom (Amsterdam) wird künftig ausschließlich die Geschäftskunden - sowohl im Telefon- wie im Internetbereich - betreuen, die Privatkunden verbleiben bei UPC, gab das Unternehmen am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Wien bekannt. Priority Telecom will in Österreich heuer mit 60 Mitarbeitern Umsatz und Geschäftskundenanzahl verdoppeln.

Börsengang verschoben

Priority Telecom hat im Jahr 2000 mit 770 Mitarbeitern und rund 5.000 Geschäftskunden einen Umsatz von 153 Mill. Euro (2,11 Mrd. S) erwirtschaftet, 50 Prozent davon in den Niederlanden, berichtete Priority Telecom-Vorstandsvorsitzender Chris Rooney. 2003 will das Unternehmen, das über eigene Netzinfrastrukturen verfügt und neben Telefondiensten auch Internet, Breitband-Datendienste, Hosting und Mehrwertdienstlösungen anbietet, ein positives Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) schreiben. Der ursprünglich für heuer geplante Börsegang von Priority sei auf Grund des schlechten Börseklimas nicht aufgehoben, aber auf einen noch unbestimmten Zeitpunkt aufgeschoben, sagte Rooney.

Privatkunden bleiben bei UPC

UPC hat in Österreich 120.000 Privat- und 200 Geschäftskunden im Telefonbereich. Privatkunden telefonieren zwar auch künftig über die Priority Telecom-Infrastruktur, werden aber von der UPC betreut, erläuterte Priority Telecom Austria-Geschäftsführer Christian Fritzsche. Ab 5 Mitarbeitern laufen Kunden als Geschäftskunden. Priority liegt bei den Geschäftskunden in Österreich derzeit nach Colt Telecom und der UTA an dritter Stelle. Zu den Priority-Kunden in Österreich zählen u.a. Billa, One, Casinos Austria, Swissair, Microsoft, das Bundesrechenzentrum und die Porr AG.

Tarifsenkung

Ab 1. Juli senkt Priority Telecom Austria für Geschäftskunden die Tarife um 70 Prozent. In der Regionalzone (Wien, Niederösterreich, Burgenland) kosten Gespräche künftig 37,2 Groschen pro Minute (exkl. Umsatzsteuer). Gespräche von Priority zu Priority kosten 34,4 Groschen, Gespräche zu den Mobilfunknetzen von One, max.mobil und Mobilkom kosten 2,29 S pro Minute. Gespräche nach Deutschland, Italien, USA, Schweiz und Niederlande kosten künftig 1 S.

Priority Telecom ist in 21 Ländern in Europa, Nordamerika und Asien tätig. Das Unternehmen gehört zu 65 Prozent der UPC, 7 Prozent halten Priority-Mitarbeiter. Der Rest steht in Besitz der weltweit tätigen Cignal Global Communications, mit der Priority Telecom verschmolzen wurde. Priority Telecom verfügt in Europa über mehr als 11.000 km Glasfaser-Infrastruktur - davon 422 km in Wien - sowie über 36.000 km Breitbandhybrid-Koaxialkabel. (APA)

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