GPA verlangt bessere Weiterbildung im IT-Bereich

3. Mai 2001, 16:18
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Neue Kollektivverträge sollen Branche attraktiver machen - Wirtschaftsbereich "Kommunikation" gegründet

Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) fordert neue Maßnahmen um dem Fachkräftemangel der IT-Branche entgegen zuwirken. Längerfristig sollen verstärkte Lehrlingsaus- und Erwachsenenweiterbildung das Problem lösen. Sowohl im schulischen Bereich als auch auf Unternehmensebene sei in den vergangenen Jahren "dilettantisch" gehandelt worden.

"Man hat zu spät reagiert"

Die Entwicklungen am Informations- und Telekommunikiationssektor seien absehbar gewesen, man hätte sich daher rechtzeitig darauf einstellen können, sagte GPA-Präsident Hans Sallmutter am Donnerstag anlässlich der Gründung eines neuen GPA-Wirtschaftsbereiches "Kommunikation" vor Journalisten.

Kein Abzug von Know-How aus dem Osten

Temporär sei in der jetzigen Situation auch eine Ausweitung der Beschäftigungsbewilligungen denkbar. Sallmutter sprach sich dabei jedoch dagegen aus, Know-how aus den östlichen Beitrittsländern abzuziehen. Österreich habe "höchstes Interesse" daran, dass sich gerade in den Beitrittsländern die Wirtschaft rasch entwickle.

FAchkräfte müssen bessere Möglichkeiten bekommen

Wie die Erweiterung der Zuwanderung im Detail aussehen solle, darüber müssten die Sozialpartner beraten. Wichtig sei dabei jedoch, dass den Fachkräften die Möglichkeit zur Integration geboten werde. Befristete Verträge, die über eine längere Zeit gehen, seien dabei nicht der richtige Weg. "Man kann hier auch fairere Lösungen finden", meint Sallmutter.

Zunächst müsse man aber erst den tatsächlichen Fachkräftebedarf in Österreich ermitteln. Die Ziffern, die derzeit im Raum stünden, seien noch nicht "stichhaltig".

Nur bessere Bildung kann längerfristig helfen

Längerfristig müsse dem Fachkräftemangel über die Verbesserung der heimischen Ausbildung begegnet werden. Die öffentliche Hand müsse viel mehr als bisher zur Erwachsenenbildung beitragen. Aber auch die Unternehmen seien gefordert. Bildungsfreistellungen müssten forciert werden. Arbeitgeber müssten stärker bereit sein, die Weiterbildung vor allem die Weiterbildung von Frauen und älteren Mitarbeitern zu fördern.

IT-Arbeiter müssen "total verfügbar" sein

Gerade in dieser Zielgruppe aber sei die IT-Branche heute noch mit einem negativen Image behaftet. Berufe in diesem Bereich seien gekennzeichnet durch hohe Belastung, starke Konkurrenz und extrem lange Arbeitszeiten. Es gelte das Prinzip der "totalen Verfügbarkeit", bestätigte Gerhard Rohde von Union Network International (UNI), einer internationalen Dachorganisation von über 900 Gewerkschaften in 140 Ländern.

Arbeitssituation durch Kolletivverträge verbessern

Die GPA will der Arbeitssituation nun mit neuen Kollektivverträgen (KV) verbessern. Seit 1. Jänner dieses Jahre gibt es sowohl für die Telekommunikation als auch für den IT-Bereich einen KV, der neben abstrakten Arbeitszeitmodellen und Telearbeit auch eine einwöchige Bildungsfreistellung und ein neues Gehaltsfindungsmodell vorsieht. In den neuen Bereichen seien damit alte Forderungen erfolgreich durchgesetzt worden, meint der GPA-Geschäftsstellenleiter der Interessensvertretung, Karl Proyer.

Gründung der Interessensgemeinschaft für Telekom-, IT- und Medienangestellte

Wieters wurde bekannte gegeben, dass ein neuer Wirtschaftsbereich "Kommunikation" gegründet wurde. In der neuen Fachgruppe werden eine Reihe von Branchen, von der Telekommunikation, dem grafischen Gewerbe und der IT, über den EDV-Handel und den Call Center bis hin zu den nichtjournalistischen Angestellten im Bereich Tages- und Wochenzeitungen, Verlagen, Magazinen und Privatradios zusammengefasst. Vorsitzender des neuen Bereichs ist Johannes Hofmeister, Betriebsratschef bei max.mobil.

Flexibler und offener

Die Gründung dieses Wirtschaftbereichs sei ein Ausdruck des Engagements der GPA im Bereich New Economy. Gleichzeitig sei sie aber auch Teil der grundlegenden Neustrukturierung der GPA, sagte GPA-Präsident Hans Sallmutter am Donnerstag vor Journalisten. Die bisherige Sektionsstruktur habe man durch 25 Wirtschaftsbereiche ersetzt. Nun könne man offener und flexibler auf Veränderungen im Wirtschaftsleben reagieren.

Internet verbindet Branchen

Neben den neuen Wirtschaftbereichen sollen in der GPA Interessengemeinschaften im Internet die Reform vorantreiben. In diesen Plattformen sollen, geht es nach der GPA, "engagierte Menschen mit ähnlichen beruflichen Tätigkeiten, unabhängig davon, in welcher Branche sie beschäftigt sind, gemeinsam an der Lösung von Problemen und an der Durchsetzung von gemeinsamen Interessen arbeiten".

(APA)

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