Rhododendren auf Reisen und Schönberg invers

6. Mai 2001, 22:53
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Simon Starling in der Secession

Wien - Mit der für Wien konzipierten Installation "Inverted Retrograde Theme" ist der 34-jährige britische Künstler Simon Starling vom 4. Mai bis 24. Juni in die Wiener Secession eingezogen. Starlings Auseinandersetzung gilt dem Projekt der Moderne, dem er mit Inversion, mit Spiegelung, Umdrehung und Translokation zu Leibe rückt.

Waren es bei vorhergegangen Projekten in Berlin Otto Lilienthal und in Ljubljana Joze Plecnik, so hat Starling für Wien in der Person von Arnold Schönberg seinen Ausgangs- und Bezugspunkt zur Moderne gewählt und lässt über zwölf Leuchtstoffbahnen blinken: Die Leuchtstoffröhren flackern nach den Grundelementen der Zwölftonmusik Schönbergs auf, wobei die Reihe der quasi visuellen Partitur spiegelverkehrt wieder zurückgeht.

Das Projekt "Rescued Rhododendrons" läuft als Videoinstallation in der Galerie der Secession. Im Zuge einer Ausschreibung für ein Skulpturenprojekt in der Schottischen Landschaft, hat der Künstler, der sich stets mit der Geschichte des Ortes, für den seine Arbeiten entstehen sollen, auseinandersetzt, erfahren, dass die Rhododendren ausgerottet werden sollen. Sie waren im 18. Jahrhundert als Gartenzier importiert worden und assimilierten sich so prächtig in Schottland, dass sie nun als Bedrohung des Öko-Systems der ursprünglichen Heidelandschaft gesehen werden. Starling konterkarierte das Vorhaben und machte sich mit den Pflanzen auf eine Reise - in einem roten Volvo - zurück in ihre alte Heimat im Süden Spaniens. (APA)

4. Mai bis 24. Juni Dienstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr, Donnerstag 10 - 20 Uhr
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