Dinkhauser attestiert VP-Kollegen Schüssel Realitätsverweigerung

3. Mai 2001, 13:46
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Für den Tiroler AK-Chef sind die "Träume des Kanzlers abgehoben"

Innsbruck - Heftige Kritik an der Aussage von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V), wonach in der Regel bis zum 65. Lebensjahr gearbeitet werden solle, hat am Donnerstag der Tiroler AK-Präsident Fritz Dinkhauser (V) geübt. Der Regierungschef scheine "weiter unter Realitätsverweigerung zu leiden". "Das sind fromme Wünsche, die keinesfalls der beruflichen Realität entsprechen, bestenfalls Träume abgehoben über den Dächern von Wien", meinte Dinkhauser.

"Wer Buckeln bis zum Umfallen verlangt, hat wenig Gefühl für den arbeitenden Menschen", sagte Dinkhauser. Ein Politiker werde keine Probleme haben, bis zum 65. Lebensjahr zu arbeiten, bei einem Bauarbeiter, einem Beschäftigten im Tourismus, einem Handelsangestellten oder einem Facharbeiter solle der Bundeskanzler zeigen, wie dies gesundheitlich zu schaffen sei.

"Wie weit muss ein Regierungschef von den arbeitenden Menschen weg sein, wenn er solche Ideen ohne begleitende Maßnahmen im Bereich Gesundheitsvorsorge, Kündigungsschutz, Aus- und Weitzerbildungsoffensiven für die Arbeitnehmer präsentiert", fragte Dinkhauser. "Lieber Wolfgang, bitte geh auf die Baustellen, in die Geschäfte und in die Fabrikshallen statt auf das Dach des höchsten Wolkenkratzers von Wien", forderte der AK-Chef. (APA)

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