438 Atomreaktoren hingen im Jahr 2000 weltweit am Stromnetz

3. Mai 2001, 12:32
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Sechs neue Kraftwerke gingen in Betrieb

Wien - Weltweit lieferten Ende des Vorjahres 438 Atomkraftwerke Strom, geht aus der jüngsten Statistik der Internationalen Atom-Energie-Organisation (IAEO) hervor. Sie verfügten über eine Leistung von 351.327 MW und erzeugten 2.447,5 Terrawattstunden Strom. Sechs neue Atomreaktoren mit Kapazitäten von zusammen 3.056 MW gingen ans Netz, darunter das umstrittene tschechische Atomkraftwerk Temelin.

Neue Kraftwerke

In Betrieb genommen wurden je ein neues Atomkraftwerk auch in Brasilien und Pakistan sowie drei in Indien. Zusätzlich sei mit dem Bau von drei Atommeilern begonnen worden, davon einer in China und zwei in Japan. Insgesamt seien somit 31 Anlagen in Bau, wobei acht allein auf China entfallen.

16 Prozent Kernenergie

Rund 16 Prozent der gesamten Energie weltweit stammen aus Kernenergie, rund 83 Prozent der Kapazität ist in den Industrieländern konzentriert. Den höchsten Anteil an der Gesamtenergie hatte die Kernenergie im Vorjahr in Frankreich (76,4 Prozent), gefolgt von Litauen (73,7 Prozent), Belgien (56,8 Prozent), der Slowakei (53,4 Prozent), der Ukraine (47,3 Prozent), Bulgarien (45 Prozent), Ungarn (42,2 Prozent), Südkorea (40,7 Prozent), Schweden (39 Prozent), Slowenien (37,4) und der Schweiz (36 Prozent). In Tschechien stammten im Vorjahr 18,5 Prozent der Stromerzeugung aus Atomenergie, in Deutschland waren es 30,6 Prozent. In 17 Ländern deckte die Kernenergie zumindest ein Viertel des Energiebedarfs ab.

Tendenzen

In Nordamerika hat sich die Zahl der mehr als 100 aktiven Reaktoren leicht verringert, wobei in den USA rund 20 Prozent des Stroms aus Atomenergie stammen und in Kanada 12 Prozent. In Westeuropa wird die Kapazität mit 150 Reaktoren in den kommenden Jahren stabil bleiben, so die IAEO. In Mittel- und Osteuropa sowie in der GUS mit insgesamt 68 Atomkraftwerken werden einige Reaktoren fertiggestellt und ältere stillgelegt werden. In Russland hängen laut IAEO 29 Reaktoren am Netz, in der Ukraine sind es - nach der im Vorjahr erfolgten Schließung von Tschernobyl 3 - noch 13.

Ausbaupläne

Klare Ausbaupläne für die Atomenergie gebe es derzeit im Nahen und Fernen Osten sowie in Südostasien, vor allem in China, wo acht neue Reaktoren in Bau sind, sowie in Indien, Südkorea (4 in Bau) und Japan (3 in Bau). Drei neue Reaktoren sind weiters auch in Russland in der Bauphase, in der Ukraine sind es vier. (APA)

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