Parlamentswahl in Südtirol: SVP hofft auf autonomiefreundliche Abgeordnete

3. Mai 2001, 12:24
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Durch Wahlbündnis mit dem Olivenbaum sollen rechte italienische Mandatare aus Südtirol verhindert werden

Bozen - In Südtirol stehen bei den Parlamentswahlen Mitte Mai jene Wahlkreise im Mittelpunkt des Interesses, in denen die italienische Bevölkerung überwiegt. Durch ein Wahlbündnis mit dem "Ulivo" (Olivenbaum) hofft die Südtiroler Volkspartei (SVP), autonomiefreundliche Abgeordnete als Partner zu bekommen. Dass sich in den übrigen Wahlkreisen die SVP-Kandidaten durchsetzen werden, dürfte bereits vor der Wahl klar sein, zumal auf deutschsprachiger Seite keine anderen Parteien kandidieren als die SVP.

Im Kammerwahlkreis Bozen-Leifers tritt der bisherige Unterstaatssekretär für Minderheitenfragen, Gianclaudio Bressa, an, der als Ulivo-Kandidat auch von der SVP unterstützt wird. Der perfekt Deutsch sprechende Bressa gilt als autonomiefreundlich, bei vielen Südtiroler Sachthemen arbeitete er in den vergangenen Jahren eng mit der SVP-Spitze zusammen. Bressa muss auf die Unterstützung der deutschsprachigen Wähler hoffen, sein heftigster Konkurrent ist Kammerabg. Franco Frattini (FI), der für das Rechtsbündnis "Casa delle Liberta" (Haus der Freiheit) antritt und in den vergangenen Jahren durch autonomiekritische Äußerungen für heftige Debatten und politische Kontroversen mit den Südtirolern sorgte. Er dürfte deutlich mehr italienische Stimmen erhalten als Bressa.

Im Senatswahlkreis Bozen-Unterland tritt SVP-Kandidat Oskar Peterlini gegen die Casa delle Liberta-Senatorin Adriana Pasquali (AN) an. Auch dort setzt die SVP auf das Bündnis mit dem Ulivo und hofft auf Stimmen autonomiefreundlicher italienischer Wähler.

In den übrigen Wahlkreisen scheint das Ergebnis des Urnenganges klar: Bei der Kammer tritt im Wahlkreis Bozen-Land/Unterland SVP-Chef, Kammerabg. Siegfried Brugger (1996: 73 Prozent) an, im Wahlkreis Meran/Vinschgau, SVP-Kammerabg. Karl Zeller (1996: 66,3 Prozent) und im Wahlkreis Eisacktal/Wipptal/Pustertal, SVP-Kammerabg. Hans Widmann (1996: 75,4 Prozent). Für den Senat bewirbt sich der frühere Bautenlandesrat Alois Kofler, der sich SVP-intern überraschend und trotz heftiger Widerstände im Vinschgau gegen SVP-Senator Armin Pinggera durchsetzen hatte können, und im Wahlkreis Eisacktal/Wipptal/Pustertal SVP-Senatorin Helga Thaler-Außerhofer (1996: 76,3 Prozent). SVP-Ehrenobmann Silvius Magnago ist "Protestkandidat" für das Verhältnismandat, das auf Grund der Wahlberechtigten in Südtirol praktisch chancenlos ist.

Im deutschsprachigen Lager ist die SVP bei dieser Wahl alleiniger Platzhirsch. Die Union für Südtirol verzichtete auf ein Antreten, um Kräfte für lokale Wahlgänge zu bündeln. Die Freiheitlichen verfehlten für die Kammersitze um 300 Stimmen eine Kandidatur. (APA)

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