Waneck hat doch ein Problem mit Sallmutter

3. Mai 2001, 12:10
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Nur "persönlich- menschlich" nicht, "politisch sehr wohl"

Wien - Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck (F) hat seine in "News" zitierte Aussage, wonach er persönlich mit Hauptverbands-Präsident Hans Sallmutter kein Problem habe, in einer Aussendung am Donnerstag abgeschwächt. "Ich habe lediglich gesagt, dass ich persönlich-menschlich mit ihm kein Problem habe, politisch sehr wohl". Und außerdem gebe es in seinen Aussagen auch keinen Widerspruch zur Haltung von Sozialminister Herbert Haupt (F), der zuletzt erklärt hatte, dass Sallmutter als Präsident des Hauptverbands sein Vertrauen verloren habe.

"News" hatte von lobenden Worten Wanecks für Sallmutter berichtet. Der Staatssekretär könne sich auch einen Verbleib Sallmutters vorstellen, wenn sich dieser mit der kommenden Reform identifizieren könne, hieß es. Waneck erklärte dazu, er habe klar gesagt, dass er sich ein entpolitisiertes Management im Hauptverband vorstellen könne, das nach Managementkriterien besetzt werden solle. "Hier hinein zu interpretieren, dass Sallmutter diesen Kriterien entspricht, ist kühn", so der Staatssekretär.

Waneck erklärte, er habe immer kritisiert, dass Sallmutter ein 140 Milliarden Schilling Unternehmen wie den Hauptverband als Halbtagsjob führe, betonte Waneck. Es bestehe also keinerlei Veranlassung zu glauben, dass er sich eine "Weiterführung dieses für die Beitragszahler unhaltbaren Zustandes wünsche", so der Staatssekretär. "Mir geht es nicht um Herrn Sallmutter persönlich - um ihn muss man sich keine Sorgen machen, sondern um die Versorgungssicherheit der österreichischen Patienten. Diese Sicherheit kann nur gewährleistet werden, wenn die Struktur des Hauptverbandes grundlegend reformiert wird. Daran arbeiten wir derzeit mit Hochdruck", stellte Waneck klar.

Sallmutter habe sich dabei nicht gerade als Reformer hervorgetan, sondern ganz im Gegenteil, immer wieder versucht die notwendigen Maßnahmen zu verhindern und zu blockieren. Aus diesen Tatsachen heraus anzunehmen, dass sich Sallmutter nach einer Reform im neuen managementorientierten System wiederfinden könne und daher auf seinem "Halbtagsjob" bleiben könne, sei wohl "mehr als unrealistisch". (APA)

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