Gentechnische Experimente bei Kühen

3. Mai 2001, 11:22
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In Neuseeland ist ihr Schicksal nun ungewiss

Wellington/Washington - In Neuseeland droht einer Herde von 60 tragenden Kühen wegen eines gentechnischen Experimentes die Schlachtung. Der Oberste Gerichtshof Neuseelands hob die Zustimmung zu dem Versuch auf, die Grünen forderten am Donnerstag umgehend die Tötung der Rinder.

Ziel des Versuches war es, Milch mit der menschlichen Substanz Myelin herzustellen, mit dessen Hilfe die Behandlung von Multipler Sklerose erforscht werden soll. Die ersten Kälber mit teilweise menschlichen Gencodes sollten im Juni zur Welt kommen.

Offenes Schicksal ...

Nach der Entscheidung des Obersten Gerichtshofes muss die Genehmigung für den Versuch von Grund auf neu beantragt werden, die Geburt der Kälber mit dem veränderten Gencode ist demnach illegal. Der Leiter der versuchsführenden Firma, Basil Walker, sagte am Donnerstag, er wisse noch nicht, was mit den Tieren nun geschehe, man werde aber so schnell wie möglich handeln. Myelin, das mit dem Versuch produziert werden sollte, ist eine fetthaltige Isolationshülle, die viele Nerven spiralförmig umwickelt.

Gentechnische Experimente sorgen auch in den USA für Diskussionen. Abtreibungsgegner und Wissenschafter streiten über das Klonen menschlicher Embryonen zu medizinischen Zwecken. Hintergrund ist ein in der vergangenen Woche vom Repräsentantenhaus verabschiedetes Gesetz, dass die Schädigung eines Fötus als Bundesverbrechen ahnden will. (APA/AP)

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