Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Intershop-Chef Schambach

3. Mai 2001, 10:58
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Anleger werfen ihm Kursmanipulation vor

Hamburg - Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat nach Angaben der "Financial Times Deutschland" ein Ermittlungsverfahren gegen den Chef des deutschen Software-Hauses Intershop, Stephan Schambach, eingeleitet. Wie die Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf einen Justizsprecher berichtete, wird der Verdacht "eines möglichen Verstoßes gegen das Börsengesetz" geprüft. Auch gegen Intershop-Finanzvorstand Wilfried Beeck werde ermittelt. Nach Angaben der Zeitung gingen bei der Behörde vier Strafanzeigen ein, die zum Teil von Aktionären des Jenaer Software-Unternehmens stammten. Diese werfen Schambach und Beeck Kursmanipulation vor. Ziel der Anleger könnte es dem Blatt zufolge sein, sich in dem Strafverfahren Fakten ermitteln zu lassen, um dann vor einem Zivilgericht auf Schadenersatz klagen zu können.

Gleichzeitig läuft laut "Financial Times Deutschland" eine Prüfung des Bundesaufsichtsamts für den Wertpapierhandel (BAWe) wegen eines Verstoßes gegen Veröffentlichungspflichten. Der Hamburger Anwalt Rene Gralla habe bei der Aufsichtsbehörde ein Bußgeld von drei Mill. Mark (1,53 Mill. Euro/21,1 Mill. S) gegen das Unternehmen beantragt. Er werfe dem Intershop-Management vor, Erlös- und Umsatzkrise "monatelang bewusst verschleiert" zu haben, um den absehbaren Kurseinbruch aufzuschieben. (APA)

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