Nun sperrt auch One SMS-Grüße aus der Schweiz

3. Mai 2001, 19:14
6 Postings

ORF weiter mit Problemen - Mobilkom blockiert Swisscom-SMS-Sendungen - Absender falsch

Nach der Mobilkom hat nun auch der drittgrößte Mobilfunkbetreiber Österreichs, One, Kurzmitteilungen (SMS), die vom Schweizer Telekom-Riesen Swisscom kommen, gesperrt. "Auch wir wollen unsere Kunden vor Belästigungen schützen", sagte One-Pressesprecherin Alexandra Schreiber.

One sieht nur einmaliges Problem

Nach dem Wissensstand von One sei dies ein einmaliges Problem der Swisscom. "Wüssten wir von anderen, werden wir auch diesen den Zugang abdrehen", so Schreiber. One schlägt der Swisscom vor, den Betreiber zumindest dazu zu bringen, die Mitteilungen, die über seine Homepage versendet wurden, zumindest als solche zu kennzeichnen, so dass zumindest nachvollziehbar sei, woher die SMS komme.

Mobilkom will Swisscom zum Einlenken bewegen

Die Mobilkom Austria blockiert SMS-Sendungen des Schweizer Konkurrenten Swisscom. Grund dafür seien technische Probleme beim größten Schweizer Mobilfunkbetreiber. Die Swisscom ermögliche seit längerem über ihre Homepage das Versenden von Kurzmitteilungen (SMS) mit falschem Absender. Der Absender könne sich sowohl namentlich als auch bezüglich der Telefonnummer als jemand anderer ausgeben, ohne dass seine Daten verifiziert werden, erklärte Mobilkom-Sprecherin Ursula Novotny.

Swisscom sieht sich schuldlos

Bei der Swisscom hieß es dazu, die Internetseite, von der die fraglichen SMS-Sendungen stammten, stehe nicht im Eigentum der Swisscom. Derzeit prüfe man noch mögliche rechtliche Schritte gegen den Betreiber. Grundsätzlich handle es sich dabei jedoch um ein internationales Problem, mit dem nicht nur die Swisscom, sondern auch viele andere Anbieter kämpften. Das Thema werde auch Gegenstand der Gespräche beim nächsten Treffen der Vereinigung der GSM-Netzbetreiber sein, sagte Swisscom-Sprecherin Pia Rogers.

Lücken im Schweizer System

Durch die Lücken im Schweizer System sei es auch in Österreich bereits zu ersten Fälle eines solchen Missbrauchs gekommen. Da die Swisscom die Lücken nicht unterbunden habe, habe die Mobilkom nun die SMS-Sendungen der Swisscom blockiert. Bei österreichischen Anbietern werde das Versenden von SMS-Mitteilungen mit falschem Absender durch Authentifizierungsverfahren verhindert, so Nowotny.

ORF unter den Geschädigten

Prominenter Geschädigter ist unter anderem der ORF. Unter dem Absender des Radiosenders Ö3 und unter Angabe der Ö3-Servicenummer versendete ein bisher Unbekannter an mehrere Empfänger in Österreich unter anderem die Nachricht: "Ö3 Top News: 88.6 ist unter den 14 bis 49-Jährigen die Nummer 1. Der Vermarktungspartner von 88.6, Hitradio Ö3, kann seine gute Position verteidigen."

Nun wird restlose Aufklärung gefordert

Der ORF habe daraufhin die Mobilkom zur "restlosen Aufklärung" aufgefordert, erklärte der stellvertretende Senderchef von Ö3, Albert Malli. Die Mobilkom solle wieder "ordentliche Verhältnisse" schaffen. Die Mobilkom ihrerseits hat sich diesbezüglich bereits an die Swisscom gewandt. Diese wiederum hat auf die Anfrage der Mobilkom bisher nicht reagiert - weil man noch die rechtlichen Aspekte klären wollte, so Swisscom-Sprecherin Rogers.

Anzahl der Sendungen noch nicht bekannt

Den ORF interessiert vor allem das Ausmaß des Vergehens. Sowohl die Swisscom als auch die Mobilkom konnten dazu bisher keine Angaben machen. Erst wenn jedoch klar sei, wie viele SMS-Mitteilungen dieser Art versendet wurden, könne man sich geeignete Schritte überlegen, sagte Malli. (APA)

Share if you care.