Der Gewerbeschein

3. Mai 2001, 10:52
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Junge Gründer kommen an ihm kaum vorbei - doch welches Gewerbe übt man nun aus?

Die Gewerbeordnung zählt neben dem Handelsrecht zu den wichtigsten juristischen Normen für potentielle Jungunternehmer. Wer sich selbständig macht, kommt an ihr kaum vorbei.

Dies trifft insbesondere dann zu, wenn Sie eine Tätigkeit selbständig, regelmäßig und in Ertragsabsicht durchführen wollen. Als "selbständig" gilt eine Tätigkeit dann, wenn sie auf eigene Rechnung und Gefahr ausgeübt wird. Als "regelmäßig ausgeübt" gilt eine Tätigkeit dann, wenn angenommen werden kann, dass die Tätigkeit wiederholt wird oder die Tätigkeit üblicherweise längere Zeit in Anspruch nimmt.

Welche Gewerbeberechtigung

Welche Gewerbeberechtigung erforderlich ist, hängt von der ausgeübten Tätigkeit ab. Wer etwa typische handwerkliche Tätigkeiten verrichtet, benötigt einen Gewerbeschein in einem Handwerk (z.B. Auto reparieren = Kraftfahrzeugtechniker, Möbelerzeuger = Tischlerhandwerk). Es gibt aber auch einzelne Tätigkeiten, die man nicht so einfach zuordnen kann, wo erst zu prüfen sein wird, welcher Gewerbeschein erforderlich ist.

Vom Anwendungsbereich der Gewerbeordnung ausdrücklich ausgenommen sind nur selbständige Berufe, die meist ohnehin durch andere Gesetze geregelt sind (z.B. Ärzte, Apotheker, Notare, Rechtsanwälte, Wirtschaftstreuhänder, Ziviltechniker, Landwirte usw.) bzw. die "Neuen Selbständigen" (z.B. Psychologen, Psycho- und Physiotherapeuten, Vortragende, Gutachter usw.).

Voraussetzungen zum Gewerbeantritt

  • Österreichische Staatsbürgerschaft oder EWR(EU)-Staatsangehörigkeit

  • Es dürfen keine Ausschließungsgründe vorliegen (z.B. Konkurs, Finanzstrafdelikte, gerichtliche Verurteilungen)

  • Volljährigkeit (mindestens 19 Jahre)

  • Geeigneter Standort und allenfalls auch eine Betriebsanlagengenehmigung

  • Je nach Art des Gewerbes sind neben den allgemeinen Voraussetzungen auch besondere Voraussetzungen zu erfüllen.

Befähigungsnachweis

Zur Erlangung des Gewerbescheins sind je nach Art des Gewerbes neben allgemeinen Voraussetzungen auch besondere Voraussetzungen (Befähigungsnachweis) zu erfüllen. Dies trifft bei rund 10% der gewerblichen Tätigkeiten zu. Die Gewerbe, die einen Befähigungsnachweis erfordern, sind in der Gewerbeordnung aufgezählt.

Gewerbearten und Befähigungsnachweis

Freie Gewerbe: Ein Befähigungsnachweis (Prüfung, Schule etc.) ist nicht erforderlich. Ein Gewerbeschein ist allerdings zu lösen.

Handwerke: Erfolgreich abgelegte Meisterprüfung ODER der Abschluß einer für das betreffende Handwerk einschlägigen Schule (z.B. Uni, HTL, etc.) gekoppelt mit unterschiedlich langen Praxiszeiten.

Nicht bewilligungspflichtige gebundene Gewerbe: Je nach Gewerbe sind unterschiedliche Befähigungsnachweise erforderlich. Es können Praxiszeiten, Ausbildungen, bestimmte Prüfungen oder Kombinationen daraus vorgeschrieben werden.

Bewilligungspflichtige gebundene Gewerbe: Zum jeweiligen Befähigungsnachweis (Praxiszeiten, Ausbildungen, Prüfungen) ist zusätzlich die Erteilung einer behördlichen Bewilligung erforderlich. (red/Quelle: www.gruenderservice.net)

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