RZB behält hohes Wachstumstempo bei

4. Mai 2001, 15:21
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RZB-Vorstandschef Rothensteiner auf Partnersuche für Ostbankenholding

Wien - Die Raiffeisen Zentralbank (RZB) behielt auch im vergangenen Jahr ihr hohes Wachstumstempo bei. Wie Generaldirektor Walter Rothensteiner am Donnerstag in einer Pressekonferenz erklärte, konnte auch die Ertragskraft "im Gleichschritt mit dem Volumen" gestärkt werden. Die Bilanzsumme des Bankkonzerns stieg um 26,6 Prozent auf 503,4 Mrd. S (36,6 Mrd. EURO), womit erstmals die 500-Milliarden-Schilling-Grenze überschritten wurde. Das Betriebsergebnis erhöhte sich um 22 Prozent auf den neuen Rekordwert von 4,1 Mrd. S.

Personalstand

Das starke Wachstum der RZB-Gruppe spiegle sich auch in der Entwicklung des Personalstandes wider, sagte Rothensteiner. Im vergangenen Jahr seien mehr als 1500 Arbeitsplätze geschaffen worden - allerdings nicht in Österreich, sondern in den angrenzenden Ländern. Zum Jahresende 2000 beschäftigte die RZB 7626 Mitarbeiter. Nach dem Erwerb der Banca Agricola in Rumänien vor zwei Wochen - DER STANDARD berichtete darüber - sei bereits die Grenze von 10.000 Mitarbeitern überschritten.

Um den Wachstumskurs beibehalten zu können, werde die RZB ihre Eigenmittelbasis um insgesamt fünf Mrd. S verstärken. Die erste Tranche von rund drei Mrd. S wurde noch im Jahr 2000 eingezahlt, was Rothensteiner als Zeichen der Solidarität innerhalb des Raiffeisensektors und als Vertrauensbeweis der Aktionäre in den eingeschlagenen Kurs der RZB wertete. Insgesamt verfügte die RZB Ende des Vorjahres über Eigenmittel von 29,2 Mrd. S.

Der für das Auslandsgeschäft zuständige stellvertretende Generaldirektor Herbert Stepic freute sich über die "hohe Profitabilität" der zehn Tochterbanken in Ost- und Mitteleuropa. Trotz des starken Wachstums - die akkumulierte Bilanzsumme stieg um 39,3 Prozent auf 94,7 Mrd. S - sei wieder eine Eigenmittelrendite von 27,5 Prozent erzielt worden. Die Marktposition in dieser Region soll weiter ausgebaut werden. Ziel sei es, in den Länder, die zum "erweiterten Heimmarkt" zählen (Ungarn, Tschechien, Slowakei, Polen, Slowenien und Kroatien), jeweils zu den Top Five zu gehören. In der Slowakei und in Kroatien sei dieses Ziel bereits erreicht.

Polnische Postbank

Derzeit werde über den Erwerb der polnischen Postbank verhandelt, sagte Stepic. Die Entscheidung soll bis Mitte Mai fallen. Weiters werde die Gründung einer Tochter in Belgrad vorbereitet.

Bis Jahresende soll die Hereinnahme von Partnern in die RZB-Ostholding unter Dach und Fach sein, kündigte Rothensteiner an. Vorbereitende Gespräche fänden derzeit mit den Unico-Partnern aus Frankreich (Crédit Agricole), den Niederlanden (Rabobank), Deutschland (DG Bank) und Finnland (Okobank) statt. Ideal wären zwei oder maximal drei Partner. Mehr als 49 Prozent Beteiligung an der Holding stünden allerdings nicht zur Disposition. (gb, DER STANDARD, Printausgabe 4.5.2001)

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