Städter produzieren doppelt soviel Müll wie Landbewohner

3. Mai 2001, 13:07
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Höheres Recycling -Bewusstsein in der Stadt

Wien - In puncto Müllproduktion sind die Städter der Landbevölkerung haushoch überlegen - im negativen Sinn. Laut einer Studie von Austria Recycling im Auftrag des Wirtschaftsministeriums wirft ein Bewohner einer Stadt über 15.000 Einwohner pro Jahr durchschnittlich 554 Kilogramm weg. In Kleinstädten und in Dörfern liegt dieser Wert lediglich bei 240 Kilogramm.

Im Detail produziert ein Großstädter 355 Kilo Restmüll, 129 Kilo Altstoffe, 69 Kilo Biomüll und zwei Kilo Problemstoffe. Beim Dorfbewohner sind es 97 Kilo Restmüll, 106 Kilo Altstoffe, 33 Kilo Bioabfälle und vier Kilo Problemstoff. Studienautorin Renate Hübner von Austria Recycling führt die Unterschiede auf mehrere Faktoren zurück. So sind am Land die Haushalte immer noch größer, entsprechend werden Müll vermeidende Großpackungen eingekauft.

Unterschiedliches Entsorgungsverhalten

Außerdem sei das Entsorgungsverhalten unterschiedlich, sagte die Expertin. In Dörfern gibt es häufiger private Kompost- oder am Bauernhof Misthaufen, auf denen Verrottbares landet, nicht mehr gebrauchte Lebensmittel füllen die Mägen von Hühnern, Schweinen oder Hasen. Nicht zu unterschätzen, wenngleich nicht ganz unproblematisch, sei das Verheizen von Müll in privaten Haushalten mit Holz- oder Kohleöfen, so Hübner.

Effizientere Mülltrennung In den Städten fällt zwar mehr Müll an, hier sind aber auch Maßnahmen zur Mülltrennung und -wiederverwertung am effizientesten einzurichten, so die Studie. So könnten etwa in Wohnhausanlagen gemeinsame Anlagen und Behälter genutzt werden. Auch die Möglichkeiten des Systems "Leihen statt Kaufen" von Geräten seien noch bei weitem nicht ausgeschöpft. Was sich etwa bei Schleifmaschinen, Teppichreinigern oder Schlagbohrern bewährt, könnte auf andere Gebiete ausgedehnt werden. "Leihen statt Kaufen" ist nicht nur Abfall vermeidend, es entlastet auch die Geldbörse, so die Abfallexpertin.

Hier sieht Hübner ein neues Betätigungsfeld für den Berufsstand der Hausmeister entstehen. "Mit entsprechenden Fortbildungskursen könnten die Hausmeister zu gefragten Experten auf diesem Gebiet werden und den Bewohnern einer Wohnhausanlage mit Rat und Tat zur Seite stehen", so die Expertin. Man habe bereits Kontakte mit der zuständigen Gewerkschaft aufgenommen, sei mit der Idee bisher aber abgeblitzt. (APA)

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