T-Online rutscht tiefer in die Verlustzone

3. Mai 2001, 14:30
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Mageres Wachstum der Österreich-Tochter

Frankfurt - Europas größter Internetzugangsanbieter T-Online ist im ersten Quartal 2001 vor Steuern weniger tief als von Analysten erwartet in die Verlustzone gerutscht. Dagegen fiel der Umsatz in dem als strategisch wichtig angesehen Bereich Werbung/E-Commerce gegenüber dem Vorquartal deutlich, teilte die Tochter der Deutschen Telekom am Donnerstag mit. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda), das auf minus 66,4 Mill. Euro nach plus 5,8 Mill. Euro gefallen war, sei durch die ausländischen Tochtergesellschaften sowie durch die Flatrate im Schmalbandbereich belastet worden.

Im ersten Quartal dieses Jahres konnte T-Online nach eigenen Angaben die Zahl der Kunden auf 8,7 nach 4,9 Millionen Kunden am Ende des ersten Quartals 2000 steigern. Gegenüber dem Jahresende 2000 habe das Unternehmen etwa 700.000 Neukunden gewonnen. In Österreich gab es im Jahresabstand eine deutliche Verbesserung der Kundenzahl auf rund 157.000 (7.000) Kunden, gegenüber Ende 2000 stieg dieser Wert aber nur um moderate 2,6 Prozent. Das ist das schwächste Wachstum in der Gruppe, die ihre Kundenzahl seit Ende 2000 insgesamt um 9,2 Prozent verbesserte.

Kursrutsch

Die im Blue Chip-Index Nemax50 des Neuen Marktes notierten T-Online-Aktien fielen am Nachmittag in einem schwächeren Gesamtmarkt um mehr als vier Prozent auf 13,84 Euro. Händler führten dies auf Gewinnmitnahmen nach den Kursgewinnen der vergangenen Zeit zurück.

Der Umsatz stieg den Angaben zufolge nach vorläufigen Zahlen auf 280,2 Mill. Euro (3,86 Mrd. S) von 173,8 Mill. Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Im Bereich Werbung/E-Commerce sei der Umsatz auf 31,3 Mill. Euro von 49 Mill. Euro im Vorquartal zurückgegangen. Das Ebitda sei wegen der Belastungen durch den Pauschaltarif und die Auslandsgesellschaften wie erwartet negativ ausgefallen. Mit der Einführung neuer Tarife zum 1. März 2001 sowie einer strikteren Kostenkontrolle in Deutschland und bei den ausländischen Tochtergesellschaften seien jedoch die Voraussetzungen für eine Verbesserung der Ertragslage geschaffen worden.

"Zahlen enttäuschend"

Analysten zeigten sich vom Umsatzrückgang bei den Werbeeinnahmen überrascht, dieser Zukunftsbereich sei zu stärken. Dieser Sektor entwickele sich anscheinend schwieriger als erwartet. Da der Bereich Werbung/E-Commerce ein Kernelement der neuen Ausrichtung des Konzerns sei, seien die Quartalszahlen skeptisch zu sehen. Aus strategischer Sicht seien die Zahlen enttäuschend. "Das stellt die Strategie von T-Online in Frage", hieß es. (APA/Reuters)

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