Ziegelriese Wienerberger schlittert in rote Zahlen

3. Mai 2001, 18:47
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Verluste im ersten Quartal betragen 11,3 Millionen Euro

Wien - Der weltgrößte Ziegelhersteller Wienerberger ist im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres in die roten Zahlen geschlittert. In den ersten drei Monaten wies die Gruppe einen Verlust von 11,3 Mio. Euro (155,5 Mio. S) aus; in den ersten drei Monaten 2000 hatte Wienerberger noch einen Betriebserfolg von 35,7 Mio. Euro erzielt. Der Umsatz fiel um 14 Prozent auf 304,7 Mio. Euro.

Um die für heuer angepeilte Steigerung des Ergebnisses zu schaffen, muss sich der frisch gebackene Vorstandsvorsitzende Wolfgang Reithofer ordentlich anstrengen. Sein selbst gestecktes Ziel ist, das um außerordentliche Erträge bereinigte Ergebnis des abgelaufenen Jahres (147,4 Mio. EURO) zu übertreffen. Um das zu schaffen, müsste Wienerberger bis Jahresende rund 160 Mio. Euro verdienen.

"Das ist eine realistische Größe, aber es gibt keine Garantie, dass es kommt. In drei Monaten werden wir mehr wissen", sagte Reithofer im Gespräch mit dem STANDARD. Zusätzliche Rationalisierungsmaßnahmen oder ein Personalabbau seien derzeit aber nicht geplant.

Verregnete Bilanzen

Den stärksten Rutsch ins Minus (9,7 Mio. Euro) musste Wienerberger in Westeuropa verkraften, wo das Unternehmen im Vergleichszeitraum des Vorjahrs noch 5,9 Mio. Euro verdient hatte. Hauptgrund dafür sei die Schwäche des deutschen Marktes. Generell habe die Baustoffgruppe unter der schlechten Witterung gelitten, besonders die intensiven Niederschläge hätten das Geschäft gedrückt, sagte Reithofer.

Das sei auch die Hauptursache für den Ergebniseinbruch im Wachstumsmarkt Zentral-und Osteuropa, wo Wienerberger im Jahr 2000 einen Rekord erzielt hatte. Im ersten Quartal 2001 hat Wienerberger 0,9 Mio. Euro verdient nach 3,7 Mio. Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dazu habe auch eine kurzfristige Nachfrageschwäche in Polen, dem wichtigsten Ziegelmarkt in den Reformländern, beigetragen. Ins Kalkül ziehen müsse man auch, dass der seit Jahren rückläufige österreichische Ziegelmarkt in das Mitteleuropa-Ergebnis einfließt.

Reithofer erwartet aber, dass sich der Baustoffmarkt in Zentral- und Mitteleuropa positiv entwickeln werde und langfristig überdurchschnittliches Wachstumsraten aufweisen werde. (rose, DER STANDARD, Printausgabe 4.5.2001)

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