Tips und Tricks beim Sattelkauf

3. Mai 2001, 08:17
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Der Sattel ist das wichtigste Utensil des Reiters – und als "Kommunikationsmedium" zwischen Mensch und Tier von überragender Bedeutung. Hier ein Überblick, was einen guten Sattel ausmacht und was man beim Sattelkauf beachten sollte. Erschienen in Pferderevue 5/2001, S. 77–80

Anna ist Freizeitreiterin und hatte bislang mit ihrer siebenjährigen Rappstute viel Freude. Lambarena geht brav am Zügel und kann Dressurlektionen bis zur Klasse L (an guten Tagen macht sie sogar recht hübsche Traversalen), und sie springt willig über kleine Hindernisse. Im Gelände ist Lambarena die sprichwörtliche Lebensversicherung.
Seit einiger Zeit hat Anna mit ihrer Stute jedoch Probleme. Die Stute geht nur mehr unwillig vorwärts, hält den Schweif schief und schlägt immer wieder mit dem Kopf. Schließlich eskaliert bei einer Dressurstunde die Situation: Lambarena geht äußerst verspannt und Anna schafft es in der Aufwärmphase nicht, die Stute locker und schwungvoll zu reiten. Bei den Seitengängen verweigert Lambarena dann völlig, bleibt stehen, tänzelt zurück und schnaubt hektisch.
Lambarena hatte Glück im Unglück. Annas Trainer erkannte, daß die sensible Stute nicht grundlos verrückt spielte. Der zu Rate gezogene Tierarzt – selbst ein versierter Reiter – bestätigte den Verdacht des Trainers: Er diagnostizierte massive Verspannungen in der Rückenmuskulatur – und erkannte, daß die Ursache dafür im Sattel lag: Die Polsterung war nach jahrelangem Gebrauch hart geworden und übte einen unangenehmen Druck auf den Rücken aus, der sich noch verstärkte, wenn Lambarena in Versammlung geritten wurde. Sie hatte Schmerzen und traute sich nicht mehr, ihren Rücken zu wölben. Bei größerer Belastung, wie es bereits bei leichter Versammlung der Fall ist, teilte die Stute sich auf die ihr einzig mögliche Art mit.
Fälle wie der von Lambarena kommen in der Praxis leider häufiger vor, als man vielfach annimmt – und machen deutlich, wie wichtig ein optimaler Sattel im Reitsport ist: Das Wohlbefinden und damit auch die Leistungsfähigkeit des Pferdes hängen wesentlich von der Paßform des Sattels ab. Ein schlecht sitzender Sattel führt zu gravierenden Beeinträchtigungen beim Pferd, zu Satteldrücken, Verspannungen, unmotiviertem Bokken und sogar zu Lahmheiten. Häufig äußert sich ein vom Sattel verursachter Schmerz auch darin, daß Pferde unter einem Gurten- oder Sattelzwang leiden.
Wie aber findet man einen Sattel, der für Pferd und Reiter gleichermaßen ideal ist? Und was sollte man tun, damit es möglichst lange so bleibt? Kurz: Was ist beim Kauf und beim Anpassen zu beachten – und wie hegt und pflegt man seinen Sattel richtig?

Die erste Frage: Was will ich?
Die erste Frage, die sich beim Sattelkauf stellt, ist noch relativ einfach, nämlich: Wofür brauche ich den Sattel überhaupt, für welche reitsportliche Aktivität wird er primär eingesetzt? Ist der Pferdebesitzer reiner Freizeitreiter – oder hat er vielleicht doch Turnierambitionen? Möchte er dann und wann eine Springstunde reiten? Oder reizt ihn das Abenteuer Trekking mehr?
Für all diese Zwecke findet sich ein entsprechender Sattel. Es gibt Dressur-, Spring- und Mehrzwecksättel (oft auch Vielseitigkeitssattel genannt, den es z. B. auch in Richtung Springen oder in Richtung Dressur gibt) – und daneben unzählige weitere Spezial- und Sondervarianten wie Island-, Western- und Wanderreitsättel, um nur einige geläufige zu nennen. Hat man sich also für einen bestimmten Sattel-Typ entschieden, dann stellt sich die nächste Grundsatzfrage, nämlich…

Maßsattel oder nicht?
Die Frage "Maßsattel oder nicht" wird zwar in der überwiegenden Zahl der Fälle mit "nein – zu teuer" beantwortet – ganz von der Hand zu weisen ist die Überlegung allerdings nicht. Für einen Maßsattel spricht nicht nur seine theoretisch ideale Paßform, sondern auch seine lange Haltbarkeit und Lebensdauer. Ein Maßsattel ist ein hochwertiges Stück Handwerkskunst, das in der Regel nicht über einen Reitsporthändler, sondern direkt vom Hersteller bezogen bzw. dort in Auftrag gegeben wird. Er wird individuell für das jeweilige Pferd-Reiter-Paar konzipiert und gebaut. Der Sattler bzw. der vom Hersteller betraute Fachmann nimmt dabei exakt die Körper- und Rückenmaße des Pferdes ab und bezieht in die Sattelkonzeption auch die Körpergröße, das Gewicht und die Statur des Reiters ein. Nach diesen individuellen Maßen wird der Sattel angefertigt – und auch direkt am Pferd angepaßt. Im Regelfall wird nach ca. einer Woche bis zehn Tagen nochmals kontrolliert, ob der Sitz des Sattels perfekt ist, ob sich Verformungen ergeben haben, die durch entsprechende Korrekturen wieder ausgeglichen werden müssen etc. Der Erwerb eines Maßsattels ist gewiß der Idealfall beim Sattelkauf – sozusagen das Maß aller Dinge. Doch dieses Maß hat freilich auch seinen Preis: Unter 35.000,– Schilling spielt sich kaum was ab – nach oben hin ist so gut wie alles offen.

Das richtige Geschäft
Hat man die Frage "Maßsattel oder nicht" negativ beantwortet, dann führt der nächste Weg unweigerlich ins gut sortierte Reitsport-Fachgeschäft. Hier findet man eine breite Auswahl verschiedenster Sättel und kann sich auch einen Überblick über die Hersteller, ihr Sortiment und die Machart ihrer Produkte verschaffen. Zudem sollte man das Gespräch mit dem Fachhändler suchen und für eine erste Beratung nutzen: Entscheiden sollte man freilich beim ersten Gespräch noch nichts: Nehmen Sie lieber viele Eindrücke, Prospekte und Informationsmaterial mit nach Hause – und vergleichen Sie in jedem Fall zumindest mit einem weiteren Fachgeschäft in Ihrer Nähe, ehe Sie sich entscheiden. Am besten wählt man ein Fachgeschäft, das man schon kennt bzw. das einem von Kollegen oder Reiterfreunden empfohlen wurde. Denn: Sattelkauf ist Vertrauenssache – und die Entscheidung, bei welchem Händler bzw. Fachgeschäft man kauft, ist folgenschwer. Erkundigen Sie sich genau,

  • welche Marken und Hersteller der Händler überhaupt anbietet;
  • ob ein kompetenter Mitarbeiter (im Idealfall selbst Sattler) zum Anpassen des Sattels in den Stall kommt;
  • ob dieser Mitarbeiter nach einer bestimmten Frist noch einmal kommt, um etwaige Nachbesserungen durchzuführen;
  • ob die Möglichkeit eines Umtauschs innerhalb einer bestimmten Frist besteht;
  • wie lange für den Sattel Garantie gewährt wird;
  • und wie es generell mit dem Service und der Nachbetreuung (Nachpolstern, nachträgliches Anpassen, Reparaturen etc.) bei diesem Händler ausschaut. Wenn all diese Fragen zu ihrer Zufriedenheit beantwortet sind, können sie dann "in medias res" gehen: nämlich Sattel kaufen!

    Der richtige Sattel
    Neben dem Maßsattel empfiehlt sich der sogenannte Konfektionssattel von renommierten Markenherstellern, mit dem sich die Mehrheit der Pferde – überspitzt gesagt: alle mit einem "Standardrücken" – vortrefflich ausstatten lassen. Vorausgesetzt natürlich, daß man beim Kauf und beim Anpassen alles richtig macht, sich um optimale Paßform für Pferd und Reiter bemüht und last, but not least auch die korrekte Aufbewahrung und Pflege des guten Stücks entsprechend beherzigt.
    Gute Markenhersteller haben ihre Konfektionssättel bereits zu einem hohen Grad "individualisiert", können also mit einem vielfältigen Instrumentarium auf Kundenwünsche eingehen. Die renommierte Schweizer Sattlerei Stübben etwa bietet mit ihrer Vielfalt an Möglichkeiten beinahe schon Maßsättel an: Jeden ihrer Sättel gibt es in elf verschiedenen Widerristhöhen und -breiten sowie in neun Sitzgrößen ab Kleinkind – da ist, wie die jahrzehntelange Erfahrung lehrt, für fast jedes Pferd der passende Sattel dabei.

    Das richtige Anpassen
    Freilich muß auch ein Konfektionssattel individuell an das Pferd-Reiter-Paar angepaßt werden, was den Besuch des Händlers bzw. eines seiner Mitarbeiter im Stall erforderlich macht. Dieser wird meist mit einer größeren Auswahl des gewählten Satteltyps ankommen und mehrere Anproben durchführen – bis man annähernd das passende Stück gefunden hat. Der Rest, das letzte Abstimmen und Anpassen des Sattels ist "Feintuning", ein Vorgang, der Fingerspitzengefühl und entsprechendes Know-how verlangt.
    Die gängige Faustregeln: "Zwischen Widerrist und Vorderzwiesel müssen zwei Finger passen" oder "Der Gurt muß eine Handbreit hinter dem Ellbogen liegen" sind bereits im FENA-Lehrbuch für Reiterpaßkandidaten zu finden. Doch sind solche allgemeinen Reiterweisheiten in diesem sensiblen Fall mit Vorsicht zu genießen – ebenso die Ratschläge selbsternannter Experten, die sich in fast jedem Reitverein finden und die in solchen Momenten meist mit den Worten "I sog dir schon, ob der paßt!" schnell zur Stelle sind. All das sollten Sie dankend ablehnen – denn das korrekte Sattelanpassen ist eine diffizile Kunst, die Fachwissen, genaue Kenntnisse der Pferdeanatomie, ein geschultes Auge und vor allem viel Erfahrung benötigt. Oder wußten Sie, daß der höchste Punkt vorne am Sattel um zwei bis drei Zentimeter tiefer liegen soll als der höchste Punkt hinten am Sattel? Und daß, wenn dem nicht so ist, der Tiefpunkt des Reiters ein falscher ist? Der Blick des Fachmanns erkennt diese Dinge – der des Laien meist nicht.

    Der perfekte Sattel
    Die Praxis zeigt außerdem, daß Pferde verschieden geformt sind. Rekonvaleszente Tiere unterscheiden sich deutlich von Pferden, die im Training stehen. Die unterschiedliche Bemuskelung ist meist recht eklatant und beim Anpassen des Sattels zu beachten: So sind Vielseitigkeitspferde völlig anders geformte Athleten als Dressur- oder Springpferde. Manch’ sechsjähriger Hengst ändert sich nach seiner Kastration noch ’mal und ist, wie es auch Stuten oftmals sind, gar erst mit sieben Jahren "fertig". Und wenn das Pferd in die Jahre kommt, verändert sich sein Gebäude meist wieder…
    Ist das Pferd noch nicht ausgewachsen oder ist anzunehmen, daß es sich noch einmal verformen wird, rät Frank Stübben fürs erste überhaupt zu einem passenden Gebrauchtsattel. Da ein Sattel nicht grundlegend verändert oder umgearbeitet werden soll, empfiehlt es sich, erst dem Vier- bis Fünfjährigen einen neuen Sattel zu kaufen. Der sollte dann aber ein Reiter- Leben lang halten, was für einen Markensattel ja durchaus üblich ist. Fassen wir kurz zusammen: Der Sattel soll dem Pferd passen und den Reiter in die korrekte Sitzposition rücken. Der Schenkel des Reiters soll ruhig an der richtigen Stelle am Pferdebauch liegen, ohne daß die Pausche des Sattels im Weg ist. Er darf den Reiter nirgendwo drücken und soll bequem zu sitzen sein. Ein Sattel, der diese Anforderungen erfüllt, gibt dem Reiter Sicherheit und die Möglichkeit zur Losgelassenheit, die wiederum in gleichem Maße vom Pferd verlangt wird und Voraussetzung für die Harmonie zwischen Reiter und Pferd ist.

    Zahlen, Fakten, Preise
    Auch der gute Konfektionssattel hat seinen Preis, der sich, grob gesprochen, je nach Ausführung zwischen öS 15.000,– und öS 25.000,– bewegt. Viel Geld, gewiß – doch reitet man mit einem Markensattel langfristig meist günstiger als mit Billigprodukten, die oft schon nach zwei, drei Jahren ausgedient haben. Zudem erzielt ein Markensattel im Falle des Wiederverkaufs den besseren Preis. Auch Karl Niedersüß, Österreichs größter Sattelhersteller, empfiehlt dem Freizeitreiter unbedingt Markensättel. Für den Freizeit- und Allroundreiter bietet er Vielseitigkeitssättel in Richtung Dressur oder Springen um rund öS 20.000,– an. Die wichtigsten Einflußfaktoren für den Sattelpreis sind der Rohlederpreis, die Arbeitszeit (ca. neun bis 15 Stunden pro Sattel), der Gebrauchswert und die Lebensdauer des Sattels.
    Noch ein Wort zu den zwei leider sehr aktuellen Kürzeln BSE und MKS: Infolge der Massenschlachtungen in ganz Europa ist schon in nächster Zeit mit einer allgemeinen Lederknappheit und somit auch mit einem Preisanstieg bei Rindsleder zu rechnen – dieser könnte, wie Experten meinen, bis zu 35 Prozent in den nächsten 15 bis 16 Monaten ausmachen. Als Alternative zum Rindsleder bietet sich Elchleder an, das aber preislich leider nicht günstiger ist.

    Wie pflege ich meinen Sattel?
    Umso wichtiger ist natürlich – gerade bei einem hochpreisigen Produkt – die richtige Pflege, denn nur diese hält Ihren Sattel in Schuß und lange am Leben. Ein wesentliches Kriterium ist dabei das Raumklima. Der Sattel leidet in feuchtkalten Räumen und soll auch keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Feuchte Satteldecken soll man zum Trocknen lieber abmontieren – Ihr Sattel sollte Ihnen die paar Handgriffe wert sein! Zum Zwischenlagern sind weder der Stallboden noch die Wiese geeignet.
    Ein Ledersattel soll korrekt auf einem Sattelhalter oder korrekt auf dem Pferderücken liegen. Bereits in der ersten Reitstunde lernt man, daß nach dem Reiten die Steigbügel hochgezogen werden und der Sattelgurt sorgfältig über die Sitzfläche gelegt wird. Eine Sattelhülle oder ein Leintuch schützen vor Staub, wenn der Sattel nicht in Verwendung ist.
    Reinigung und Pflege des Sattels sind wichtig – doch sollte man hier nichts übertreiben. Regelmäßig mit lauwarmem Wasser und ph-neutraler Seife waschen genügt in aller Regel. Vorsicht ist bei der Verwendung von Lederfett und Lederöl geboten – es ist möglich, daß sich nicht jedes Produkt mit den Farbstoffen des Leders gut verträgt. Außerdem verlieren die Sattelblätter ihre Form, wenn sie zu weich werden. Nur wenn das Leder spröde wird, soll man es dosiert mit einem guten Lederpflegemittel behandeln. Viele Sattelhersteller bieten eine vielfältige Palette an passenden Pflegeprodukten aus eigener Erzeugung an. Auch wenn der Preis eines guten Sattels auf den ersten Blick erschreckend hoch wirkt, die Investition in ein qualitativ hochwertiges Produkt lohnt sich allemal, und Sie sollten sie nicht zuletzt Ihrem vierbeinigen Kameraden zuliebe auf sich nehmen. Schließlich ist nur ein Pferd, das sich wohlfühlt, leistungsfähig – egal ob Freizeitpferd oder Sportpferd.
    Andrea Kerssenbrock

    Zum besseren Verständnis
    Kleines Sattel-ABC
    Hier ein paar Begriffserklärungen, die auch dem Laien beim Sattelkauf geläufig sein sollten.

    Das Leder. Am häufigsten verwendet man beim Sattelbau Rindsleder, doch gibt es auch mit Lammfell- oder Stoff überzogene, welche aus Hirschleder, reich verzierte Showsättel und mehr.
    Leder erfüllt die Anforderungen an dieses wichtige Reitsportutensil am besten. Beispielsweise nimmt die lederne Sattelunterseite den Schweiß des Pferdes auf, was einen Hitzestau unter dem Sattel verhindert. Frank Stübben: "Es empfiehlt sich, einen neuen Sattel in den ersten zwanzig Stunden ohne Satteldecke zu reiten, damit sich das Leder ordentlich ansaugen kann."
    Leder ist ein natürlich gegerbtes Naturprodukt, es "lebt" und verändert seine Optik. Sättel bekommen meist schon nach kurzer Zeit eine Patina.
    Der Sattelbaum. Das Herz des Sattels ist der Sattelbaum. Waren diese früher meist aus Buchenholz, so verwenden die Sattler heute vielfach hochwertige Kunststoffe. Diese sind leichter und genauso gut zu bearbeiten. "Der Sportsitz unter den Sattelbäumen ist der Federbaum." (Frank Stübben). Karl Niedersüß wiederum schwört auf den Kunststoffbaum mit Eiseneinlage. Und die Firma Lemetex ist Erfinder des Lemeflex®-Systems – eine Kombination von weich federndem Sattelbaum und dauerelastischem Sattelkissen.
    Die Kammer des Sattels sollte so eng sein, daß der Sattel nicht am Pferd aufliegt. Der erforderliche Mindestabstand sollte – selbstverständlich unter Reiterlast – nicht nur im Stand, sondern auch in der Bewegung überprüft werden. Der Sattel sollte mit dem ganzen unteren Polster am Pferd liegen, sollte auf keinen Fall nur an einem Punkt aufliegen und dann wie eine Kippe wirken. Solche Mängel führen dazu, daß die Last sich nicht gleichmäßig auf dem Pferderücken verteilt, daß man dem Pferd seine Arbeit erschwert, daß man es im Extrem sogar quält.
    Die Polsterung. Die Füllung eines hochwertigen Sattels besteht aus Wolle oder einem Wolle-Kunstfaser-Gemisch. Die nicht ganz so qualitätvolle, jedoch häufig verwendete Alternative ist die reine Kunststoffüllung – für Sättel der unteren Preiskategorie eine durchaus passable Lösung. Die Polsterung des Sattels sollte nicht zu weich sein, da der Reiter sonst den Kontakt zum Pferd verliert. Zu starke Polsterung führt den Reiter "weg vom Pferd", d. h. sie reduziert die Möglichkeit, im Sitz dem Pferd nahe zu sein und feindosiert einzuwirken. Es ist daher auch nicht ratsam, einen schlecht sitzenden Sattel durch allzu starke Aufpolsterung "passend zu machen". Der Reiter darf durchaus einen sogenannten "freundlichen Druck" auf den Pferderücken ausüben. Ein Zuviel an Druck wäre allerdings schon wieder gegeben, wenn Scheuerstellen entstehen. Auch mit Winterfell soll das Pferd keine "Glatzen" auf seinem Rücken bekommen!
    Entgegen der häufigen Meinung, daß Sättel aufgepolstert gehören, vertreten daher namhafte Sattler den Standpunkt, daß dies nur bei Einzelfällen notwendig ist. Logische Begründung: "Unnötiges Aufpolstern verformt die Sattellage. Es sollte nur gemacht werden, wenn der Sattel das Pferd in seiner Bewegungsfreiheit beeinträchtigt." (F. Stübben) Was beim optimalen Sattel aber ohnedies nicht vorkommt.

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