Passivrauchen schädigt die Zähne von Kindern

2. Mai 2001, 22:48
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In Australien bekam eine krebskranke Barfrau das Recht auf Entschädigung

Rochester - Kinder von Rauchern haben häufiger Löcher in den Zähnen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Wissenschaftlers Andrew Aligne von der University of Rochester gekommen. Passivrauchen sei für einen bedeutenden Anteil der Löcher in den Zähnen von Kindern verantwortlich. Je mehr Passivrauch die Kinder ausgesetzt sind, desto größer ist laut der BBC auch der entstandene Schaden. Betroffen sind vor allem Milchzähne.

Aligne stellte eine Verbindung zwischen Passivrauchen und Zahnschäden her, nachdem er entdeckt hatte, dass Kinder aus einkommensschwächeren Familien mehr Löcher in den Zähnen aufwiesen. Die Verbindung blieb bestehen, auch nachdem zahlreiche Variable wie Alter, Geschlecht, Rasse, Religion, Besuche beim Zahnarzt, Ernährungszustand und Blutwerte einbezogen wurden. Gemeinsam mit Kollegen analysierte der Kinderarzt die Daten von mehr als 4.000 Kindern.

Wird Tabakrauch inhaliert, nimmt der Körper Nikotin auf, das in Cotinin umgewandelt wird. Die teilnehmenden Kinder wurden zahnärztlich untersucht und ihre Cotininwerte im Blut gemessen. 47 Prozent der Kinder hatten Löcher in ihren Milchzähnen, 26 Prozent in ihren bleibenden Zähnen. Die stärkste Verbindung zeigte sich zwischen Passivrauchen und Schäden in Milchzähnen. Eine mögliche Erklärung dafür sei, laut Aligne, dass die Kleineren mehr Zeit mit ihren rauchenden Eltern verbrächten und daher die Passivrauchbelastung höher sei.

Passivraucherin mit Halskrebs bekommt Entschädigung

Eine australische Barfrau hat unterdessen Schadenersatz zugesprochen bekommen, weil sie durch Passivrauchen an Halskrebs erkrankt ist. Das Gericht in Sydney entschied, dass die 62 Jahre alte Nichtraucherin 466.048 australische Dollar (3,67 Mill. S) von zwei Dienstgebern erhält, für die sie insgesamt 25 Jahre gearbeitet hat.

In Australien wird damit gerechnet, dass das Urteil weit reichende Konsequenzen haben wird. Die Regierung des zuständigen Bundesstaates Neusüdwales hat bereits angekündigt, dass überprüft werden soll, ob möglicherweise ein generelles Rauchverbot auch in Pubs und Bars erlassen werden soll.

In Neusüdwales, dessen Hauptstadt Sydney ist, darf bereits seit Mitte vergangenen Jahres nicht mehr in Restaurants geraucht werden. In öffentlichen Gebäuden und an fast allen anderen Arbeitsplätzen ist Rauchen schon seit Jahren verboten. (pte/APA)

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