Lebende Hirnzellen von Toten

2. Mai 2001, 22:35
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Bis zu 20 Stunden nach dem Tod entnommen - und wieder zur Vermehrung angeregt

London/La Jolla - Hirnzellen von Verstorbenen hat ein Team um Fred Gage vom Salk Institute in La Jolla, Kalifornien, im Labor vermehrt. Ziel ist es, die frisch gebildeten Zellen in die Gehirne von Parkinson-oder Alzheimerpatienten einzupflanzen.

Die Hirnzellen wurden innerhalb von 20 Stunden nach dem Tod entnommen. Mit Wachstumsfaktoren und Substanzen versetzt, die aus gentechnisch veränderten embryonalen Stammzellen von Ratten gewonnen wurden, vermehrten sich die Zellen rasch. Die eines mit elf Wochen gestorbenen Säuglings verdoppelten sich 70-mal, die Erwachsener 30-mal - dann begann der Alterungsprozess.

Für solche Versuche wurden bisher - ethisch umstritten - u. a. Zellen abgetriebener Embryonen verwendet. Bei Zellen Verstorbener hoffen die Forscher auf weniger Bedenken. Vor der Verwendung in der Medizin muss allerdings die Zellalterung besser erforscht werden.(DER STANDARD, Print-Ausgabe 3. 5. 2001)

Nature, Bd. 411, S. 42
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