Niederländer gesteht Mord an 74 jugoslawischen Sicherheitskräften

2. Mai 2001, 23:11
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Niederländische Justiz bittet um Zusammenarbeit mit serbischen Behörden

Arnheim - Ein 38-jähriger Niederländer hat vor einem Gericht in Arnheim ausgesagt, zwischen Juni und Dezember vergangenen Jahres in Südserbien 74 jugoslawische Polizisten und Soldaten getötet zu haben. Ob er tatsächlich an Anschlägen der albanischen "Befreiungsarmee für Presevo, Medvedja und Bujanovac" (UCPMB) beteiligt gewesen sei, stehe aber noch nicht fest, sagte eine Sprecherin des Gerichts. Die niederländische Justiz habe um Zusammenarbeit mit den serbischen Behörden gebeten.

Der 38-Jährige hatte sich Mitte Dezember der internationalen Kosovo-Friedenstruppe KFOR gestellt. Er gab an, von Serben und seinen ehemaligen UCPMB-Komplizen bedroht zu werden. In Arnheim ist er wegen Totschlags angeklagt.

Die Albanerrebellen der UCPMB hatten sich in den vergangenen Monaten in der entmilitarisierten Pufferzone zwischen Südserbien und dem Kosovo heftige Gefechte mit serbischen Sicherheitskräften geliefert. Im März unterzeichneten beide Seiten unter Vermittlung der NATO ein Waffenstillstands-Abkommen. (APA)

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