Haupt für "geschlechtergerechten Sprachgebrauch"

2. Mai 2001, 19:11
3 Postings

Frauenminister spricht sich gegen "generisches Maskulinum" aus

Wien - Das "Binnen-I" könnte künftig auch in Gesetzestexte und Verordnungen der Regierung Einzug halten. Frauenminister Herbert Haupt (F) hält seine AmtskollegInnen jedenfalls zu "geschlechtergerechtem Sprachgebrauch" an. Im Ministerrat habe die Regierung den Beschluss gefasst, geschlechtergerechten Formulierungen "im eigenen Wirkungsbreich besonderes Augenmerk zu schenken", so Haupt in einer Aussendung.

"Überholte Wertvorstellungen, Klischees und Vorurteile" gelte es im Sinne der rechtlichen Gleichstellung beider Geschlechter zu vermeiden. "Frauen wollen in männlichen Formulierungen nicht länger 'mitgemeint' sein, sondern sprachlich in Erscheinung treten", betonte Haupt.

Für die "Leistungen von Frauen"

In den letzten Jahren habe sich diesbezüglich zwar einiges geändert, dennoch seien viele Gesetze und Vorschriften nach wie vor im "generischen Maskulinum" verfasst. Haupt: "Wenn nur von Mitarbeitern, Studenten, Sportlern die Rede ist, werden die Leistungen von Frauen in diesen Bereichen auf Grund der männlichen Ausdrucksform ignoriert". Geschlechtsspezifische Formulierungen sollten daher ein gesellschaftspolitisches Anliegen sein. "Nur so können gesellschaftliche Strukturen verändert und aufgebrochen und ein Bewusstseinsprozess in Gang gesetzt werden", meinte Haupt. (APA)

Share if you care.