Erstes Saatgut mit Gentech-Mais in Österreich entdeckt

2. Mai 2001, 19:57
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Wien - Gentechnisch manipulierter Mais ist offenbar nun auch in österreichischem Saatgut im Umlauf: Nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace ist Saatgut der Firma Pioneer mit genmanipuliertem Mais kontaminiert, der in Österreich nicht zugelassen ist. Das Unternehmen wurde bei den zuständigen Behörden angezeigt, teilte Greenpeace am Mittwoch mit. Von Pioneer stand eine Stellungnahme zunächst aus.

Der Gentech-Mais im Pioneer-Saatgut war bei Analysen im Auftrag von Greenpeace entdeckt worden. In der Sorte PR39D81 der Firma fanden die Tester Anteile von gentechnisch manipulierten Sorten BT11 sowie Mon809 oder Mon810 (diese Produkte der US-Firma Monsanto sind analytisch nicht unterscheidbar). Bei BT11 handelt es sich um Mais der Firma Novartis, der durch Genmanipulation ein Insektengift produziert und gegen ein Unkrautvernichtungsmittel widerstandsfähig ist.

Der Verkauf dieser Sorten sei in Österreich illegal, so Greenpeace. "Da die Aussaat bevorsteht, verlangen wir von den Ministern Wilhelm Molterer (VP) und Herbert Haupt (FP) ein Verbot für in Amerika erzeugtes Saatgut, lückenlose Kontrollen und eine Liste mit kontrolliert gentechfreiem Saatgut. Pioneer muss eine Rückholaktion starten", forderte Greenpeace-Aktivist Thomas Fertl. Den Landwirten empfiehlt Greenpeace, Saatgut aus Amerika zu meiden, und bietet im Internet eine Liste amerikanischer Saatgutsorten an. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3. 5. 2001, red)

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