Shootingstar muss wieder von vorne anfangen

2. Mai 2001, 19:26
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Alex Mandl sucht nach Trennung von Teligent neue Aufgaben

New York – Vor fünf Jahren galt der 1943 in Wien geborene Alex Mandl noch als Thronfolger im mächtigen AT&T-Imperium: Als er im August 1996 seine Stellung als zweiter Mann aufgab, fiel die Aktie des Medienkonzerns um zwei Prozent. Gleichzeitig schossen die Aktien von Association Communications um fast 20 Prozent nach oben: Die kleine Telekomfirma hatte den erfolgreichen Mandl angeblich um 20 Mio. Dollar "gekauft". Unter Mandls Ägide nannte sich die Firma in Teligent um und kam im März 2000 auf einen Marktwert von 6,2 Mrd. Dollar.

Beziehungen aufgelöst

Aber nicht einmal Alex Mandl konnte Teligent vor dem großen Absturz im Technologiesektor bewahren: Heute ist der Firmenwert auf 50 Mio. Dollar gesunken. Die Aktie, die noch im vorigen Frühjahr um 100 Dollar gehandelt wurde, fiel auf unter einen Dollar. Am Montag hat Mandl seine Beziehungen zu der Firma aufgelöst, die offenbar kurz vor dem Bankrott stand. Es war ihm nicht gelungen, die nötigen Mittel aufzutreiben, um Teligent wenigstens eine Zeit lang über Wasser zu halten. Die Rettung kam von außen: Die Firma IDT (Innovative Data Technology) kaufte Aktien, wurde zum größten Aktionär von Teligent, setzte ihren eigenen Mann Yoav Krill (bis dahin Chef der Europa-Abteilung) an Mandls Stelle ein und erreichte eine Verlängerung der Zahlungsfrist bis 15. Mai.

Alex Mandl sagte dem Wall Street Journal, er habe bereits längere Zeit mit dem Gedanken gespielt, Teligent zu verlassen; er stehe der Firma jedoch noch ein Jahr als Konsulent zur Verfügung. Mittlerweile will er gemeinsam mit seiner Frau Susan die Investmentfirma ASM leiten. (sdr/DER STANDARD, Printausgabe 3.5.2001)

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