Prozess gegen Ex-Präsidentin Plavsic im November

2. Mai 2001, 18:14
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UNO-Tribunal wies Antrag des Anwaltes auf Aufschiebung zurück

Belgrad - Das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hat den Antrag der früheren bosnischen Präsidentin Biljana Plavsic um Aufschiebung ihres Prozesses zurückgewiesen, meldeten Belgrader Medien. Der Anwalt von Plavsic, Robert Pavic, hatte am 11. April eine Aufschiebung des Verfahrens bzw. eine getrennte Prozessführung gegen Plavsic und ihren Amtsvorgänger Momcilo Krajisnik beantragt. Der Anwalt hatte den Antrag mit der Zeit- und Geldknappheit begründet, die ihn an der Vorbereitung der Verteidigung hinderten.

"Es gibt keinen Interessenkonflikt. Die Interessen der Gerechtigkeit drängen eine gemeinsame Prozessführung auf", heißt es im Beschluss des Gerichtshofs. Der Prozessbeginn ist für November angesetzt. Plavsic hatte sich im Jänner dem Tribunal freiwillig gestellt. Krajisnik war im April des Vorjahres in seinem Wohnhaus in Pale festgenommen worden.

Gemäß Pavic hatte die Tribunalsanklage für ihre Ermittlungen gegen Plavsic und Krajisnik rund 500.000 Stunden und mehr aus 50 Mill. Dollar (56,3 Mill. Euro/775 Mill. S) gebraucht, der Verteidigung sollen dagegen "nur" 8.600 Arbeitsstunden und 250.000 Dollar pro Angeklagten zustehen. (APA)

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