Nach BSE Krise : Schwarzarbeit steigt in deutschen Schlachthöfen

2. Mai 2001, 18:15
posten

Illegale Beschäftigte in jedem sechsten Betrieb

Berlin/Nürnberg - Bei der Überprüfung von fast 1.200 deutschen Schlachthöfen und anderen Fleisch verarbeitenden Betrieben sowie mehr als 19.000 Arbeitnehmern dieser Branche haben Arbeitsämter und Hauptzollämtern zahlreiche illegale Beschäftigungsverhältnisse aufgedeckt. Wie das deutsche Finanzministerium und die Bundesanstalt für Arbeit am Mittwoch mitteilten, ergaben sich bei den bundesweiten Prüfungen in der vergangenen Woche in 1.500 Fällen Anhaltspunkte für Gesetzesverstöße.

Mehr als 200 Arbeitgeber werden verdächtigt, mehr als 400 Arbeitnehmer ohne Arbeitsgenehmigung beschäftigt zu haben. Ihnen drohen nun Geldbußen von bis zu 500.000 DM (255.646 Euro/3,52 Mill. S). Ausländische Arbeitnehmer müssen mit Geldbußen von bis zu 10.000 DM rechnen. Mit der Aktion sollten in den von der BSE-Krise stark betroffenen Betrieben "legale Beschäftigungsverhältnisse stabilisiert und Arbeitsplätze gesichert werden".

In einem "gravierenden Einzelfall" erhielten den Angaben zufolge 62 osteuropäische Werkarbeiter statt der vereinbarten 13,50 Mark Stundenlohn über ein Jahr hinweg lediglich 5,75 Mark ausbezahlt. In fast 100 Fällen werde wegen des Verdachts des unerlaubten Ver- oder Entleihs von Arbeitnehmern ermittelt. In 500 Fällen werde überprüft, ob Sozialleistungen zu Unrecht bezogen wurden. Neben der Verpflichtung, dem Arbeitsamt etwaige zu Unrecht erhaltene Leistungen zurück zu zahlen, drohten auch in diesen Fällen empfindliche Geldbußen oder Strafverfahren wegen Betruges. (APA)

Share if you care.