Markus Fuchs – der neue Weltcupsieger

2. Mai 2001, 16:38
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Der 45jährige Markus Fuchs holte in Göteborg seinen ersten Weltcup-Gesamtsieg – ein weiterer Höhepunkt in der langen Karriere des Schweizer Top-Reiters, die Dank Tinka’s Boy zu einem wahren Höhenflug wurde.

Wer seit Monaten unter den "Top Five" der Weltrangliste liegt – den braucht man eigentlich nicht näher vorstellen. Doch bei Markus Fuchs liegen die Dinge nicht ganz so einfach. Obwohl der 46jährige Schweizer unbestritten zu den besten Springreitern der Welt gehört, und das bereits seit Jahren, stand er doch stets im Schatten seines zwei Jahre älteren Bruders Thomas, der sich jedoch mittlerweile als Reiter aus dem aktiven Turniersport zurückgezogen hat.
Markus Fuchs – wie Kollege Willi Melliger nicht nur als Reiter, sondern auch als Pferdehändler und -ausbilder engagiert und erfolgreich, lebt und trainiert in St. Josefen bei St. Gallen. Die Spring-Karriere von Markus Fuchs begann vor beinahe drei Jahrzehnten: Rasch stieg der talentierte Youngster, der noch keine 20 Jahre alt war, in den Schweizer Nationalkader auf und ritt ab 1974 als Nationenpreisreiter für sein Land. Ein erster Höhepunkt seiner jungen Karriere war die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im Springreiten 1978 in Aachen, bei der das Schweizer Team Bronze erobern konnte. In der Folge vertrat Fuchs über 100 Mal die Schweiz bei Nationenpreisen und wurde zu einer Stütze des aufstrebenden Schweizer Springsports. Die sportlichen Erfolge ließen kaum Wünsche offen: Fucsh gewann – neben der erwähnten Medaille bei der WM '78 – auch noch Mannschafts-Bronze bei der WM '94 sowie bei den Europameisterschaften 1987, 1989 und 1991. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul wurde er Siebter in der Einzelwertung und mit der Mannschaft, vier Jahre später in Barcelona Fünfter mit der Mannschaft und 12. in der Einzelwertung. Beim Worldcup-Finale im selben Jahr war er Dritter gewesen.

Höhenflug mit Tinka’s Boy

Eine imposante Erfolgsserie also – doch es sollte noch viel besser kommen: Als Markus Fuchs vor rund drei Jahren den niederländischen Hengst Tinka’s Boy zur Verfügung gestellt bekam, wurde seine Karriere zum atemberaubenden Höhenflug. Bereits im ersten Jahr der neuen Partnerschaft gewann das Paar bei den Europameisterschaften 1999 im britischen Hickstead sowohl die Einzel- als auch die Mannschafts-Silbermedaille – der erste große Triumph, der bereits erahnen ließ, welches Potential in dem damals neunjährigen Hengst steckte. Im April 2000 wurde das Paar Zweiter im Worldcup-Finale in Las Vegas und gewann Mannschaftssilber bei den Olympischen Spielen in Sydney. Der Schweizer Reiter, der sich in seinem Land in verschiedenen Funktionen sehr aktiv für die Unterstützung des Springsports einsetzt und Sponsorengelder sammelt, reitet auf einer Welle des Erfolges, seitdem er Tinka's Boy unter dem Sattel besitzt. "Es hat eine Zeit gebraucht, bis wir gut zusammengearbeitet haben", erinnert sich Markus Fuchs, "Ich mußte meinen Reitstil verfeinern und auch der Hengst mußte lernen, daß er nicht alles so ernst nehmen darf, was ich da oben auf ihm tue." Mittlerweile kooperieren die beiden perfekt miteinander. Im Oktober 1999 hatten sie auch den Pulsar Grand Prix beim CSI im mexikanischen Monterrey gewonnen, einer der höchst dotierten Prüfungen der Welt.
Markus Fuchs ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen – und neben dem geliebten Pferdesport nennt er "Lesen, Schwimmen und Joggen" als seine liebsten Hobbies. Sofern ihm dazu Zeit bleibt.
Birgit Popp/Pferderevue

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