Verkehrsclub fordert höhere Abgaben für Lkw

2. Mai 2001, 15:28
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40-Tonnen-Laster nützt Straße 35.000 Mal stärker ab als Pkw

Wien - Nach dem schweren Busunglück, das am Dienstag auf der Inntalautobahn sechs Menschenleben und zahlreiche Verletzte forderte, sprach sich heute, Mittwoch, der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) für höhere Lkw-Abgaben sowie die rasche Einführung der vollelektronischen Lkw-Maut aus. Das Busunglück habe erneut die von Lkw verursachten Straßenschäden deutlich gemacht, diese müssten endlich die Kosten dafür auch tragen, so der VCÖ in einer Aussendung.

Im Vergleich zu einem Pkw nützt nach Angaben des Verkehrsclubs ein zweiachsiger Lkw mit 18 Tonnen die Straße 17.000 Mal stärker ab. Ein vierachsiger Brummer mit 40 Tonnen verursache sogar eine 35.000 Mal höhere Abnützung als ein Pkw. Schwerfahrzeuge tragen aber nur zu einem Teil die Kosten der Straßenschäden, die sie verursachen, kritisiert der VCÖ.

Die Sanierung der gefährlichen Straßenschäden scheitere immer wieder an fehlendem Geld. "Kein Wunder, dass Geld fehlt, wenn eine Gruppe in den Topf weniger einzahlt, als sie daraus nimmt", so Wolfgang Rauh vom VCÖ-Forschungsinstitut. Der Lkw-Güterverkehr verursacht laut Verkehrsclub rund 50 Prozent der Straßenerhaltungs- und Straßenbaukosten von etwas über 2 Milliarden Euro (27,5 Mrd. S) pro Jahr. Zu den Gesamteinnahmen steuere der Lkw-Güterverkehr jedoch nur ein knappes Viertel bei.

Der VCÖ verlangt außerdem erneut die rasche Einführung der vollelektronischen Lkw-Maut in Österreich. Bis zu deren Umsetzung müsse der Lkw-Güterverkehr durch alternative Modelle zur Kassa gebeten werden. Die derzeitige Subventionierung durch Pkw-Fahrer und jene, die kein Auto besitzen, sei ein "untragbarer Zustand", so Rauh. (APA)

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