Regierung in Afghanistan zu Waffenstillstand bereit

2. Mai 2001, 15:10
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Voraussetzung ist Taliban-Zustimmung

Faisabad - Afghanistans international anerkannte Regierung ist nach eigenen Angaben zu einem sechsmonatigen Waffenstillstand bereit, wenn auch die Taliban-Milizen einem entsprechenden UNO-Vorschlag zustimmen. "Wir glauben, dass der Krieg nicht nur für sechs Monate, sondern für immer enden sollte", sagte am Mittwoch Staatspräsident Burhanuddin Rabbani nach einem Treffen mit dem Flüchtlings-Hochkommissar der Vereinten Nationen, dem niederländischen Ex-Premier Ruud Lubbers, in Faisabad.

Die vom Iran und den zentralasiatischen Ex-Sowjetrepubliken unterstützte Rabbani-Regierung kontrolliert nur noch fünf Prozent des afghanischen Staatsgebiets. Rabbani sagte, Frieden sei notwendig für die Afghanen. Seine Regierung werde jedoch kämpfen, um einen Vorstoß der Taliban zu verhindern. Nach Angaben der Vereinten Nationen haben Lebensmittelmangel und Flüchtlingsprobleme in den von der legalen Regierung kontrollierten Gebieten die gleichen Ausmaße angenommen wie in den Taliban-beherrschten.

Unter dem Eindruck des Flüchtlingselends drängen die Vereinten Nationen die Bürgerkriegsparteien zu einem Waffenstillstand. Die UNO spricht von einer humanitären Katastrophe in Afghanistan. Rund eine halbe Million Menschen leben als Flüchtlinge im eigenen Land, meist in katastrophalen Verhältnissen. Viele Menschen sind in Nachbarländer geflohen, vor allem nach Pakistan. Rund vier Millionen Afghanen drohen zu verhungern. In den Taliban-beherrschten Gebieten werden ethnische und religiöse Minderheiten verfolgt und Frauen völlig entrechtet. (APA/Reuters)

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