Entstehung des ABM-Vertrags

2. Mai 2001, 13:12
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Zwischen Moskau und Washington 1972 geschlossen

Frankfurt - Am 26. Mai 1972 wurde zwischen den USA und der damaligen UdSSR der Vertrag zur Begrenzung von Raketensystemen unterzeichnet. Der zeitlich unbefristete Vertrag trat am 3. Oktober 1972 in Kraft und wurde 1974 novelliert. Jede Seite hat die Möglichkeit, sechs Monate nach einer entsprechenden Ankündigung sich aus dem Vertrag zurückzuziehen.

Der ABM-Vertrag verbietet praktisch die Aufstellung von Raketenabwehrsystemen, mit denen die Strategie der Abschreckung zwischen den Großmächten untergraben würde. Festgehalten ist darin, dass beide Staaten nur ein Anti-Ballistic Missile (ABM)-System mit 100 Raketenabschussanlagen an einem festgelegten Standort installieren dürfen. Das eingeschränkte Stationierungsgebiet sollte verhindern, dass sich ein Unterzeichnerstaat durch mehrere ABM-Systeme weitreichend gegen mögliche Vergeltungsschläge nach Aggressionshandlungen absichert.

Damit war die gegenseitige Abschreckung weiterhin gewährleistet. Das Raketenabwehrsystem der Sowjetunion war zum Schutz der Hauptstadt Moskau eingerichtet. Ein ABM-System ist ein bodengestütztes Abwehrsystem gegen Angriffe land- und seegestützter ballistischer Interkontinentalraketen. Es besteht aus Frühwarn- und Radaranlagen, der Kommandozentrale und den in Abschussanlagen befindlichen Abfangraketen. (APA/AP)

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