Spurrillen: Hauptverursacher sind schwere Lkw

2. Mai 2001, 16:08
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Entstehung durch hohe Belastung

Wien - Spurrillen sind für alle Lenker eine große Gefahr. Sie entstehen durch die hohen Belastungen, die Reifen graben sich wie ein Fluss immer tiefer in die Verschleißdecke ein. Je nach der Verkehrsbelastung muss nach oft schon zehn Jahren saniert werden.

Der Abschnitt der Inntalautobahn (A12) auf dem sich Dienstag, der schwere Busunfall ereignet hat, sei vor neun Jahren saniert worden, erklärte Harald Dirnbacher, Sprecher der Asfinag . Die nächste Sanierung der Spurrillen soll, wie schon im November geplant, in 14 Tagen beginnen. "Hauptverursacher der Spurrillen sind die schweren Lkw", so Dirnbacher. Rund 25 Millionen Lkw würden in etwa zehn Jahren die Verschleißdecke zerstören.

Die Fahrbahn einer Autobahn setzt sich aus mehreren Schichten zusammen. 80 Zentimeter bis zu einem Meter ist sie dick. Der geschüttete Unterbau besteht aus Sand und Schotter. Rund 30 Zentimeter dick und mit Stahl verstärkt ist die Betondecke. Darauf wird die rund drei bis fünf Zentimeter dicke Verschleißdecke aufgebracht. Sie soll auch bei Regen und Schnee den Reifen die nötige Haftung geben und gleichzeitig die Abrollgeräusche reduzieren.

Das Heck beginnt in Spurrillen zu pendeln

"Das Fahren mit einem Gelenkbus ist eine eigene Art, gewöhnungsbedürftig, aber nicht gefährlich", so beschreibt Gerhard Blümel, Leiter des ÖAMTC-Fahrtechikzentrums in Teesdorf. Trotzdem müsse natürlich beim Lenken aufgepasst werden. Das Fahrverhalten sei ähnlich dem mit einem Anhänger.

Pendelreaktionen

"Da ein Gelenkbus aus zwei Einheiten besteht, ist es leicht möglich, dass das Heck in Spurrillen zu pendeln beginnt", erklärte der Experte. Werde versucht, gegen zu lenken würde sich das Fahrzeug immer stärker aufschaukeln und könne schließlich außer Kontrolle geraten. Besser wäre es, zuerst "beherzt bremsen" rät Blümel. Je geringer die Fahrgeschwindigkeit, desto leichter wären auch die Pendelreaktionen zu beherrschen. Kritisch sei aber auch das Tempolimit für Gelenkbusse. Statt der erlaubten 100 km/h sollte bei wie bei Lkw bei 80 km/h Schluss sein, empfiehlt der Fahrtechnikprofi.

Fahr

Rund 1.000 Buslenker haben im vergangenen Jahr ein Sicherheitstrainig beim ÖAMTC gemacht.

Nach ÖMTC kann ein pendelnder Bus abgefangen werden wenn "beherzt" gebremst wird, oft kann geringere Geschwindigkeit den Bus stabilisieren. Durch Blick in die Fahrtrichtung werden übertriebene Lenkmanöver vermieden. Beginnt sich das Fahrzeug quer zu stellen - Vollbremsung! Das Kippen kann eventuell vermieden werden, die Überlebenschancen sind höher. Panische Lenkbewegungen würden leicht zum Crash führen. (APA)

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