Strommarkt "kaum durchschaubar"

2. Mai 2001, 13:20
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SPÖ warnt vor "Lockangeboten" bei Strom

Wien - Konsumenten sollten sich im Zuge der Vollliberalisierung am heimischen Strommarkt per 1. Oktober 2001, die die freie Versorgerwahl auch für Private ermöglicht, zu keinen voreiligen Vertragsabschlüssen verleiten lassen, da seitens der EVU großteils nur "Lockangebote" vorliegen würden, warnte SPÖ-Energiesprecher Georg Oberhaidinger am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Bei Recherchen bei Energieanbietern habe sich herausgestellt, dass der österreichische Strommarkt "kaum durchschaubar" und ein Vergleich der verschiedenen Angebote für die Konsumenten schwer sei.

Binden solle man sich an ein Unternehmen maximal ein Jahr. Die Kostenvorteile für die Konsumenten würden sich bei den verschiedenen Angeboten "in Grenzen halten" und sich "zwischen 1 bestenfalls 2 Groschen" bewegen. Angesichts der Fülle an unübersichtlichen Angeboten sollten sich die Konsumenten "Zurücklehnen und Abwarten", rät Oberhaidinger.

Zu Pools zusammenzuschließen

Eine Chance zu billigerem Strom zu kommen sei, sich zu Pools zusammenzuschließen oder sich bestehenden Pools anzuschließen. Möglichkeiten gebe es in Österreich beispielsweise über gemeinnützige Wohnbauvereinigungen.

Die völlige Strommarktliberalisierung müsse auch Preisvorteile für Private bringen. Bisher hätten lediglich Großabnehmer aus Industrie und Gewerbe erhebliche Preisvorteile durch Pooling-Modelle lukrieren können. Im Zuge des Nationalratswahlkampfes 1999 seien die Strompreise in den Bundesländern zwar unterschiedlich - fünf bis zehn Prozent - gesunken, durch die Erhöhung der Energieabgabe seien die Preise aber "kräftig erhöht worden".

Kritik übte Oberhaidinger an Bartenstein: Dieser sei dafür verantwortlich, dass sich "niemand so wirklich auskennt". Der Regulator, der seit 1. März 2001 tätig ist, sei viel zu spät eingesetzt worden. (APA)

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