Mobilkom Austria weiter auf Expansionskurs

2. Mai 2001, 12:53
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Auch Kauf von slowenischer UMTS-Lizenz wird erwogen - Mobilfunklizenz in Bosnien-Herzegowina angestrebt

Die Mobilkom Austria, 75-prozentige Tochter der börsenotierten Telekom Austria, will in Bosnien-Herzegowina die zum Verkauf stehende 3. Mobilfunklizenz erwerben. Bis Ende Juni soll der Beauty-Contest (Schönheitswettbewerb) um die dritte Lizenz entschieden sein, sagte Mobilkom-Generaldirektor Boris Nemsic bei einem Pressegespräch. Die seit Ende Februar 2001 in Besitz der Mobilkom stehende slowenische si.mobil will bis Jahresende ihre Kundenzahl von derzeit 170.000 auf 250.000 steigern.

Kundenstamm soll auf 250.000 steigen

Im Jahr 2000 erwirtschaftete si.mobil mit 170 Mitarbeitern einen Umsatz von 25,2 Mill. Euro (347 Mill. S). Ein Umsatzziel für 2001 sowie den geplanten Zeitpunkt des Break Even wollte Nemsic heute nicht nennen. Die Mobilkom will bis Ende 2002 rund 50 Mill. Euro in die Verbesserung des si.mobil-Netzes und die Entwicklung von neuen Diensten investieren. Am 16. Mai startet si.mobil mit dem flächendeckenden Test-Betrieb der mobilen Internet-Technologie GPRS (General Packet Radio System).

Slowenien als Zielgebiet Nr. 1

Die Mobilkom hat Ende Februar 49 Prozent an si.mobil direkt übernommen, weitere 26 Prozent und eine Aktie kaufte die zu 49 Prozent in Besitz der Mobilkom Austria stehende slowenische Teleimpuls. Damit hält die Mobilkom indirekt 75 Prozent an si.mobil. Die restlichen 25 Prozent minus eine Aktie, die noch in Besitz slowenischer Unternehmen sind, will die Mobilkom bis 2002 übernehmen. Der Kaufpreis für 75 Prozent belief sich auf 141 Mill. Euro. Inklusive der noch zu übernehmenden 25 Prozent werde der Mobilkom die si.mobil-Übernahme rund 184 Mill. Euro (2,53 Mrd. S) kosten, berichtete Nemsic.

Jeder Zweite hat ein Handy

In Slowenien hat derzeit jeder zweite der insgesamt 2 Millionen Einwohner ein Handy. Die Mobilfunk-Penetration wird laut Mobilkom-Schätzungen bis Jahresende von derzeit 50 Prozent auf 60 Prozent steigen. si.mobil hält als dritter Mobilfunkbetreiber (neben der slowenischen Mobitel mit 84 Prozent Marktanteil und dem US-Konzern Western Wireless International, der noch nicht operativ tätig ist) 16 Prozent Marktanteil. Die erst jetzt ins Laufen kommende Telekom-Liberalisierung soll si.mobil weitere Marktanteile bescheren, hofft das si.mobil-Management.

UMTS-Lizenz soll gekauft werden

Die Mobilkom prüft derzeit den Erwerb einer der drei bis zum Sommer in einem Beauty Contest zu vergebenden slowenischen Lizenzen für die dritte Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunications System). Der Preis für eine slowenische UMTS-Lizenz liege bei 250 Mill. DM (127,8 Mill. Euro/1,76 Mrd. S) und sei damit einer der höchsten in Europa, bemerkte si.mobil-Technikvorstand Bojan Dremelj. Die Angebots-Frist laufe ab 15. Mai. (APA)

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