Tschechien fordert US-Fachleute an

4. Mai 2001, 13:25
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Verbogene Turbinenwellen und vermutlich deformierter Rotor

Prag - Die ständigen heftigen Vibrationen an der Turbine des AKW Temelin während der vergangenen Wochen, die nun auch zur Abschaltung führten, haben offenbar ernste Schwierigkeiten verursacht, die die ganze Zeit über verschwiegen worden waren. Das größte Problem stellt nach Berichten der tschechischen Tageszeitung "Pravo" (Donnerstag-Ausgabe) eine verbogene Welle in einem Teil des Turbinenrotors der Turbine dar. Darüber hinaus bestehe aber der Verdacht, dass auch die Welle im Hochdruck-Teil des Rotors deformiert ist, was noch viel schlimmer wäre, berichtete "Pravo" unter Berufung auf Mitarbeiter der Staatlichen Behörde für atomare Sicherheit (SUJB).

US Firma muss zu Rate gezogen werden

Nach Angaben von "Pravo" wurde schon über den Austausch der gebogenen Welle entschieden, der Ersatzteil befinde sich bereits im AKW. Der Austausch werde etwa eine zweiwöchige Verspätung der Inbetriebnahme Temelins bedeuten. Sollte sich auch die Beschädigung der Welle im Hochdruck-Teil des Rotors bestätigen, würde sich die Inbetriebnahme Temelins wesentlich länger verzögern als in den bisher skeptischsten Szenarios vorgesehen.

Die Probleme in Temelin sind laut "Pravo" unterdessen so weit gegangen, dass die Lieferfirma "Skoda Energo" die amerikanische Firma "Alstom" zu Rate ziehen musste, die derartige Probleme bereits in aller Welt gelöst habe. (APA)

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