Grüne gegen weitere Anhebung des Pensionsalters

2. Mai 2001, 11:57
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Öllinger: "Bestrafungsaktion der Älteren"

Wien - Die Grünen sehen in dem Plan von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V), langfristig alle Österreicher bis 65 Jahre arbeiten zu lassen, eine "Bestrafungsaktion der Älteren". Der Grüne Sozialsprecher Karl Öllinger erklärte gegenüber der APA, man werde einer weiteren Anhebung des Pensionsantrittsalters nicht zustimmen. Außerdem handle es sich um eine "permanente Verunsicherungsstrategie" der Regierung gegenüber den Beschäftigten. ÖVP und FPÖ würden damit das "Vertrauen der Bevölkerung in das Pensionssystem zerstören".

Außerdem ortet Öllinger mehrere Widersprüche bei Regierungsmaßnahmen im Pensionsbereich. "Es gibt ja sozusagen auch staatlich geförderte Ausstiegsinstrumente wie die Teilzeitpension. Da wird ja offensichtlich von Seiten des Staates akzeptiert und sogar gefördert, dass Ältere nicht mehr so lange beschäftigt werden", und nun wolle man das Pensionsantrittsalter weiter erhöhen. "Damit werden wieder mehr Menschen in die Arbeitslosigkeit gedrängt, weil die Wirtschaft derzeit ja weiterhin darauf drängt, ältere Arbeitnehmer so bald wie möglich in die Frühpension zu verabschieden".

Die Grünen könnten sich andererseits sehr wohl Gestaltungsmöglichkeiten beim Pensionsalter vorstellen. So sollte es möglich sein, im Erwerbsleben eine Art Pensionsjahr in Form eines Sabbatjahres vorzeitig zu konsumieren, dafür arbeite man dann eben um dieses eine Jahr länger. Allerdings, so Öllinger, fehlten derzeit jegliche Rahmenbedingungen für eine längere Arbeitszeit. Und bei den gesundheitlichen Rahmenbedingungen sei "überhaupt nichts gemacht" worden.

Für nach wie vor "extrem ungerecht" hält Öllinger, dass auch bei langen Versicherungszeiten das Frühpensionsanfallsalter von 60 auf 61,5 Jahren angehoben werde. "Diese Menschen haben lange genug gearbeitet und ihre Anwartschaftszeiten voll erfüllt", nun würden sie auch bestraft. (APA)

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