Grasser im Visier der Kameras

2. Mai 2001, 19:23
posten

Mediawatch-Monatsbilanz: FP-Politiker werden zur Rede gestellt

An den Kräfteverhältnissen der Parteien in der "Zeit im Bild 1" hat sich im April nichts verändert: Der Mediawatch-Monatsbericht erhebt für die Regierungsparteien ÖVP und FPÖ eine klare Zweidrittelmehrheit an inhaltlicher Präsenz in der öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendung. Die Oppositionsparteien kommen indes nur auf rund 30 Prozent der Nennungen und Redezeit der ZiB 1.

Die Freiheitlichen dominieren klar die Nachrichtensendungen. Während die öffentlich-rechtliche ZiB 1 den VP-Koalitionspartner 37,6 Prozent der gesamten Sendezeit im April zu Wort kommen ließ, widmete die private Informationssendung ATV-i sogar fast 50 Prozent der FPÖ. Umgekehrt verhält es sich mit der Partei des Bundeskanzlers: Die ÖVP wurde in der ZiB 1 mit deutlich mehr Aufmerksamkeit bedacht als bei der privaten Info-Konkurrenz.

Im O-Ton-Ranking gab es deutliche Veränderungen: Wie im Vormonat März konnte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel seine Führung in den Kategorien Redezeit und Bildpräsenz in der ZiB 1 nur knapp gegenüber SP-Chef Alfred Gusenbauer verteidigen. Ins Bild gerückt hat sich im April Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer, die im Vormonat nicht einmal unter den Top 10 der O-Ton-Reihung zu finden war, jetzt aber mit 181 Sprechsekunden auf dem dritten Platz rangiert.

Die Kategorie Nennungen von Politikern in allen "Zeit im Bild"-Sendungen wird gleich von drei FP-Politikern angeführt. Mit 1688 Sekunden stand Finanzminister Karl-Heinz Grasser im April im Mittelpunkt des medialen Geschehens, gefolgt von Sozialminister Herbert Haupt und Vormonatssieger Jörg Haider. Josef Cap brachte seine Ernennung zum neuen Klubchef der SPÖ immerhin 816 Sekunden an Nennungen und somit den fünften Rang ein.

Von allen Parteichefs kam Grünen-Chef Alexander Van der Bellen in der ORF-Berichterstattung am häufigsten zu Wort. Sein Anteil an der gesamten Redezeit der Grünen in der ZiB 1 betrug im April mehr als 70 Prozent. SP-Chef Gusenbauer brachte es auf die Hälfte der Redezeit seiner Oppositionspartei, die Chefs der Regierungsparteien mussten sich mit Anteilen von rund 30 Prozent an der Partei-Redezeit begnügen. (jed/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.5.2001)

Share if you care.