Israelische Armee erschießt Palästinenser im Gaza-Streifen

2. Mai 2001, 15:03
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Weitere elf Zivilisten durch Splitter verletzt

Rafah - Die israelische Armee hat Mittwoch früh beim Vorrücken in das Flüchtlingslager Brasil im Gaza-Streifen einen Palästinenser getötet. Dem 19-Jährigen sei in die Brust geschossen worden, hieß es in Krankenhauskreisen. Weitere elf Zivilisten seien durch Splitter von Panzergeschossen verletzt worden, darunter drei Kinder.

Augenzeugen berichteten, die israelische Armee sei mit Panzern und Planierraupen in das Lager bei Rafah an der israelisch-ägyptischen Grenze vorgerückt. Mehrere Häuser seien abgerissen, Gehöfte dem Erdboden gleich gemacht worden. Die israelische Armee teilte mit, sie überprüfe die Berichte.

Schwere Gefechte mit Soldaten

Eine bewaffnete Palästinensergruppe teilte mit, Dutzende Kämpfer lieferten sich mit Granaten und automatischen Gewehren ein Gefecht mit den israelischen Soldaten. Augenzeugen berichteten, Dutzende Palästinenser seien in Panik aus ihren Häusern gerannt und versuchten, Deckung vor der Schießerei zu finden.

Erst am Dienstag hatten Soldaten bei einem Feuergefecht nahe dem Lager Brasil Augenzeugen zufolge einen palästinensischen Polizisten erschossen und eine Frau verwundet. Die israelische Armee war eingerückt, um Barrikaden abzureißen, die Palästinenser zum Schutz des Lagers errichtet hatten. Nach israelischen Armeeangaben hatten die Soldaten das Feuer erwidert, nachdem sie von Palästinensern mit Gewehren und Handgranaten angegriffen worden waren. (APA/Reuters)

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