Eiweiß beseitigt Alzheimer-Gifte im Gehirn

1. Mai 2001, 21:36
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"TGF-b1" aktiviert normalerweise die Glia-Zellen

San Francisco - Beim Morbus Alzheimer sammeln sich im Gehirn der Patienten für die Nervenzellen giftige Beta-Amyloid-Proteine an. Kalifornische Wissenschafter haben jetzt einen Eiweißstoff entdeckt, der die "Aufräumarbeiten" beschleunigen und so zu einem Abtransport der schädlichen Eiweißstoffe führen könnte.

Bei dem Eiweiß handelt es sich um die Substanz TGF-b1. Sie aktiviert normalerweise im Gehirn die so genannten Glia-Zellen. "Die Wissenschafter glaubten bisher, dass eine Aktivierung dieser Glia-Zellen im Rahmen von entzündlichen Prozessen schädlich wäre. Wir haben aber gezeigt, dass diese Zellen - wenn sie durch TGF-b1 aktiviert werden - eine vorteilhafte Wirkung haben können", erklärte jetzt Dr. Tony Wyss-Coray, Wissenschafter am Gladstone Institut für neurologische Erkrankungen an der Universität von Kalifornien.

Die Forscher züchteten Mäuse, die im Gehirn vermehrt das menschliche Beta-Amyloid bildeten. Doch gleichzeitig hatten sie die Mäuse auch genetisch so verändert, dass sie auch noch zusätzlich mehr TGF-b1 im Hirn produzierten. Das Ergebnis: Die Tiere mit mehr TGF-b1 hatten um 75 Prozent weniger Ablagerungen des Alzheimer-Proteins als Tiere ohne TGF-b1.

Sogar im Labor ließen sich diese Beobachtungen nachvollziehen: Brachten die Wissenschafter in Petri-Schalen Glia-Zellen mit Beta-Amyloid zusammen und fügten sie dann auch noch TGF-b1 hinzu, dann regte dieses Eiweiß die Glia-Zellen dazu an, das schädliche Protein zu zerstören.(APA)

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