Ein Problem der Zeit

1. Mai 2001, 21:29
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Anhörung zu Klimt-Gemälde in Los Angeles ohne Entscheid beendet

Los Angeles/Wien - Ohne richterlichen Spruch wurde am Montag vormittag der erste Gerichtstermin in der Causa Bloch-Bauer vor dem "United States District Court for the Central District of California" beendet. Die Richterin Florence-Marie Cooper beendete die Anhörung, wie Altmann-Anwalt Randol E. Schoenberg mitteilte, nach rund einer Stunde, in der beide Seiten Gelegenheit hatten, ihre Argumente vorzubringen. Die Entscheidung darüber, ob die Klage zugelassen oder auf Antrag der Republik Österreich abgewiesen wird, wird zu einem späteren Zeitpunkt ergehen.

Die Bloch-Bauer-Erbin Maria Altmann (85) hatte vor dem kalifornischen Gericht im August des Vorjahres Klage auf Herausgabe von sechs derzeit in der Österreichischen Galerie befindlichen Klimt- Gemälden aus dem früheren Besitz der Familie Bloch-Bauer eingebracht.

Im September 1999 hatte Altmann zunächst eine Klage vor dem Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen eingebracht, diese aber wegen der hohen Gerichtsgebühren nicht weiter verfolgt. Egal, wie die erste Entscheidung der US-Richterin lautet, ist auf Grund der Berufungsmöglichkeiten in jedem Fall mit keiner raschen Entscheidung der Causa zu rechnen. "Aus meiner Sicht scheint Österreichs Strategie die zu sein, den Prozess so lange wie möglich hinauszuzögern und darauf zu hoffen, dass Frau Altmann stirbt, bevor die Sache entschieden werden konnte", hatte Anwalt Schoenberg kürzlich erklärt.

(APA)

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