PVC-Weichmacher in Krankenhäusern gefährdet frühgeborene Babies

2. Mai 2001, 22:35
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Die Belastung soll das Tausendfache der Durchschnittsbelastung Erwachsener betragen

Hamburg - PVC in Infusions- oder Beatmungsschläuchen kann für Frühchen auf Neugeborenen-Intensivstationen gefährlich sein. Mannheimer Mediziner haben in einer Studie herausgefunden, dass PVC-haltige Geräte sogar schwere Organschäden bei den Frühgeborenen auslösen können, berichtet Greenpeace. Die Forscher halten den PVC-Weichmacher DEHP (Di-2-ethylhexylphtalat) für den Auslöser. Dieser Stoff werde aus den Schläuchen ausgespült und geraten dadurch in die Blutbahn.

"Die DEHP-Belastungen der Frühchen sind um das Tausendfache über der Durchschnittsbelastung Erwachsener", so Studienleiter Steffan Loff. Die Experten empfehlen deshalb, Schläuche, Blutbeutel oder etwa Beatmungsmasken aus PVC im Klinikbereich so schnell wie möglich zu verbieten. Zwar seien Alternativen aus Polyethylen oder Polyolefinen bei vielen Medizin-Produkten verfügbar, diese sind den Kliniken jedoch zu teuer. In Baby-Spielzeug sind die gefährlichen PVC-Weichmacher hingegen schon per Gesetz verboten. (pte)

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