Sechs Tote und 20 Schwerverletzte

2. Mai 2001, 14:13
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Fünf Fahrgäste weiter auf Intensivstation - Spurrillen mögliche Unfallursache

Innsbruck - Nach dem schweren Busunglück auf der Inntalautobahn bei Vomp in Tirol mussten fünf der Fahrgäste weiter auf der Intensivmedizin der Innsbrucker Universitätsklinik behandelt werden. Dies teilten die zuständigen Ärzte am Mittwoch früh mit. Sechs Menschen waren bei dem Unglück ums Leben gekommen. Der Bus war möglicherweise durch Spurrillen auf der stark befahrenen Transitroute außer Kontrolle geraten.

Am Mittwoch sollten die technischen Überprüfungen des Gelenksbusses beginnen. Das Fahrzeug der Zillertaler Verkehrsbetriebe war mit 65 Insassen aus dem Zillertal nach einem Ausflug in Südtirol auf der Heimreise. Der Busfahrer, der leicht verletzt wurde, gab an, durch die Fahrbahnschäden die Herrschaft verloren zu haben. Der Bus walzte die Mittelleitschiene nieder, kippte um und zerbrach in zwei Teile.

Bild des Grauens

Den Rettern bot sich ein Bild des Grauens. Auf der Fahrbahn befanden sich abgerissene Gliedmaßen. Zwei der Schwerstverletzten erlitten nach Aussage eines Notarztes Amputationen. Mehrere Businsassen kamen unter dem Wrack zum Liegen.

Im Einsatz standen allein 100 Angehörige des Roten Kreuzes, sowie Ärzte und Feuerwehrleute. Die rund 20 Schwerstverletzten wurden von fünf Hubschraubern, die übrigen Verletzten mit Rettungswagen in praktisch alle Nordtiroler Krankenhäuser gebracht. Für die Angehörigen wurde vom Roten Kreuz eine Hotline 05242/66177 eingerichtet.

Alle Opfer waren Tiroler aus dem Zillertal (Bezirk Schwaz). Sie befanden sich alle im Unglücksbus.

Die Inntalautobahn konnte am Dienstagabend kurz vor 23.00 Uhr in beiden Fahrtrichtungen wieder für den Verkehr freigegeben werden. In beiden Richtungen bildeten sich kilometerlange Staus.

Haftung liegt zunächst bei den Verkehrsbetrieben

Jene Spurrillen, die "verdächtigt" werden, den schrecklichen Verkehrsunfall auf der Inntalautobahn bei Vomp ausgelöst zu haben, dürften die Zillertaler Verkehrsbetriebe nicht aus der Haftung nehmen. Diese Auffassung vertrat der ÖAMTC-Verkehrsjurist Martin Hoffer.

Nicht nur der Benutzer habe einen "Vertrag" mit dem Straßenerhalter einer mautpflichtigen Strecke, sondern zunächst einmal die Fahrgäste mit dem Busunternehmen. Der Lenker müsse auch die besondere Fahrdynamik und die höhere Risikoneigung eines Gelenkbusses kennen sowie auf ungünstige Umstände durch vermindertes Tempo entsprechend reagieren, meinte Hoffer. Hier seien andere Maßstäbe anzusetzen als bei einem privaten Verkehrsteilnehmer. (APA)

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